Was kommt in diesem Jahr im Social Media Bereich auf uns zu? Welche Trends uns beglei­ten werden und was wichtig wird.

Social Networks sind aus der Marke­ting Landschaft nicht mehr wegzu­den­ken. Die Entwick­lung, die sie in den vergan­ge­nen Jahren hinge­legt haben, war rapide und einschnei­dend. Soziale Medien sind ein recht zuver­läs­si­ges Trend­ba­ro­me­ter für kommende Marke­ting Trends. Die folgen­den dürften uns also im anste­hen­den Jahr erwarten.

Facebook

Facebook Trends

Derzeit gewinnt man den Eindruck, als würde Facebook mehrmals die Woche Updates ausrol­len, um das Imperium weiter auszu­bauen und die Mitbe­wer­ber hinter sich zu lassen. In diesem Jahr kann die Platt­form einen Zugewinn an 197 Millio­nen monat­lich aktiven Usern (MAU) verzeich­nen und überschritt erstmals die Milli­ar­den-Marke bei den mobilen MAU.

Obwohl Facebook bei den Reportings zur Perfor­mance von Video (verse­hent­lich) gemau­schelt hat, ist dennoch zu erwar­ten, dass dieser Bereich sich weiter gegen­über anderen Forma­ten durch­setzt. Insbe­son­dere das Live Strea­ming und 360 Grad Videos werden dabei weite­ren Aufwind erfahren.

Facebooks Kamera-Feature vs Snapchat

Video Content wird bereits jetzt in den Newsfeeds voran­ge­stellt und auch weiter­hin bevor­zugt behan­delt. Derzeit testet Facebook gerade ein neues Kamera Feature in Irland, das den Filter­funk­tio­nen vom Erzri­va­len Snapchat massiv ähnelt.

Social Media Trends 2017: Facebook Camera - Das neue Feature

Die verfüg­ba­ren Filter­funk­tio­nen gehen anschei­nend weit über das vorhan­dene Reper­toire Snapchats hinaus. So will Facebook allem Anschein nach verhin­dern, dass User wegen der inter­es­san­ten Fotofunk­tio­nen zu Snapchat abwan­dern und auch soll den zukünf­ti­gen Facebook-Nutzern, die sich in jungen Jahren eher auf Snapchat finden, ein Weg geebnet werden. Auf diese Weise wird das Wachs­tum der Konkur­renz langfris­tig verlang­samt und Druck auf die Entwick­ler ausgeübt.

Facebook Live Streams

Facebook Usern wird nicht entgan­gen sein, dass die Live Streams zuneh­men. Genauer gesagt ist die Anzahl seit Mai dieses Jahres um das Vierfa­che gestie­gen. Aber nicht nur, dass Publis­her vermehrt infor­ma­ti­ven Content strea­men, seit einiger Zeit erfreuen sich Live Umfra­gen mit Reactions größter Beliebt­heit. Diese sind aller­dings ziemlich nervig und versto­ßen obendrein gegen die Richt­li­nien der Platt­form. Abgese­hen davon aber wird Facebook Live auch aufgrund des stark erhöh­ten Engage­ments im Gegen­satz zu anderen Beitrags­ar­ten weiter an Relevanz gewin­nen, während Periscope unter dieser Entwick­lung vermut­lich leiden wird. Laut Social Media Today ist zu erwar­ten, dass Facebook mit großen Publis­hern Partner­schaf­ten eingeht, damit diese exklu­si­ven Content auf Facebook bereitstellen.

Facebook will ins TV

Neben dem großen Erfolgs­po­ten­tial des Live Strea­mings hat die Platt­form noch weitere große Pläne: Linea­res TV nimmt ohnehin aufgrund der vielfäl­ti­gen Strea­ming-Angebote von Anbie­tern wie Netflix, Amazon Prime oder Sky Go ab. Und so will auch Facebook, vorerst via Chrome­cast oder Apple TV, Einzug in unsere Fernse­her erhal­ten, erste Pläne und Videos dazu gibt es bereits.

A New Way to Watch Videos from Facebook on Your TV

Gepos­tet von Facebook Media am Mittwoch, 12. Oktober 2016

Facebook und Virtual Reality

Virtual Reality geistert zwar schon länger als Buzzword durch die Medien, doch wird der Durch­bruch noch ein klein wenig länger auf sich warten lassen. Dennoch wird das Thema im kommen­den Jahr ebenfalls wichti­ger für Facebook. Wenn auch die Technik, die für die beste Experi­ence benötigt wird, noch sehr hochprei­sig ist, wird in derzeit weiter an der Optimie­rung gearbei­tet. Darüber hinaus wird es weitere Use Cases geben, mehr Anbie­ter und eine bessere Infra­struk­tur: Wollen wir in 2016 in VR abtau­chen, benöti­gen wir eine Ausrüs­tung, die einen vierstel­li­gen Betrag kostet und das Angebot ist entspre­chend dünn.

Direkt mit VR steht auch 360 Content in Zusam­men­hang, von dem wir im kommen­den Jahr sehr wahrschein­lich auch mehr zu sehen bekom­men werden.

Messen­ger Botifizierung

Die direkte Kommu­ni­ka­tion zwischen Usern und Unter­neh­men wird dank weite­ren Bots nach vorn gebracht. Was in Asien mit WeChat oder Kik längst Norma­li­tät ist, steckt hier allen­falls in den Kinderschuhen.

Weiter­hin will Facebook seine Suche und den Flohmarkt ausbauen, dessen Icon das Nachrich­ten­sym­bol in der App erset­zen soll.

Insta­gram

Insta­gram Trends: Es wird ruhiger
Facebook hat in den letzten Monaten nicht an Updates auf Insta­gram gespart. Öffnete sich die Platt­form erst im Frühjahr gegen­über Adver­ti­sern und führte im Sommer den Algorith­mus ein, folgte zuletzt das Stories Update. Social Media Today sagt voraus, dass es vermut­lich nun etwas ruhiger um große Updates werden wird. Dennoch werden die frischen Neuerun­gen weiter optimiert.

E‑Commerce wird eines der wohl wenigen Felder werden, mit dem Insta­gram sich in derzeit tiefer­ge­hend beschäf­tigt. Kürzlich wurden die Shopp­a­ble Tags vorge­stellt, die ähnlich funktio­nie­ren wie die visuelle Produkt­su­che auf Pinte­rest, vorerst jedoch nur einer kleinen US-Testgruppe zur Verfü­gung stehen.

Twitter

Die Micro­blog­ging-Platt­form befin­det sich seit länge­rem in der Krise. Dass die App keinen Käufer gefun­den hat, der ein ausrei­chen­des Inter­esse gezeigt hätte, ist nur eines der wenig erfreu­li­chen Ereig­nisse, die die Platt­form in 2016 ereilten.

Seit im Frühjahr 2015 die ersten Strea­ming-Dienste, Meerkat und Periscope, auf den Markt kamen und direkt gehypt wurden, ist nicht nur Facebook auf der Jagd nach mehr Streams. Auch Twitter hat erkannt, dass das Strea­ming unter Usern ein extrem belieb­tes Feature ist, und möchte seine Position mit der Übertra­gung von Live Events auf dem TV ausbauen.

Vergleich: Periscope gegen Facebook Live - Social Media Trends 2017

Nutzung von Live-Streams: Obwohl Facebook Live später als Periscope verfüg­bar war, hat es die Twitter Tochter bereits einge­holt.© Socialbakers

Snapchat

Snap Inc. wird im kommen­den Jahr einige Hürden zu bewäl­ti­gen haben. Rückt Facebook der belieb­ten App immer weiter auf die Pelle und bringt seine Snapchat-Klone auch in Gegen­den groß heraus, in denen eine geringe Verbrei­tung von Snapchat vorherrscht, plant Snap gleich­zei­tig den Börsengang.

Bisher ist es Snapchat jeden­falls gelun­gen, sich in Sachen Innova­ti­ons­kraft und Schnel­lig­keit gegen Facebook zu behaup­ten, aller­dings besitzt Zucker­berg die größe­ren Ressour­cen und Möglich­kei­ten, um die App in ihrem Wachs­tum auszubremsen.

Werbe­trei­bende auf Snapchat

Mehr Möglich­kei­ten für Werbe­trei­bende: Snapchat arbei­tet derzeit an neuen Anzei­gen-Forma­ten wie “Snap to unlock” und will auch seinen Analy­tics Bereich verbes­sern, um mehr Unter­neh­men auf die Platt­form zu locken. Sollte es gelin­gen, auf Werbe­trei­bende etwas mehr Attrak­ti­vi­tät auszu­üben, wird Snapchat zur belieb­ten Platt­form für Adver­ti­ser, um eine junge Zielgruppe zu errei­chen. Es ist durch­aus wichtig für Snapchat, dass genau diese Zielgruppe erhal­ten bleibt, denn diese hat derzeit noch keinen Bedarf, zu Facebook oder Insta­gram zu wechseln.

Snapchat Specta­cles

Ende Septem­ber kündigte Snap Inc. an, mit Specta­cles eine Smarte Brille auf den Markt bringen zu wollen, die beim Tragen von selbst Snaps aus der Sicht des Nutzers aufnimmt und User ihr Smart­phone dabei nicht direkt nutzen müssen. Machte Evan Spiegel noch ein Geheim­nis aus dem Rollout und wollte die Specta­cles vorerst nur einer kleinen Testgruppe zur Verfü­gung stellen, tauch­ten vor wenigen Tagen erste Pop-up Automa­ten in Kalifor­nien auf.

Diese Guerilla-Aktion hat eine Menge Aufse­hen erregt und dazu beigetra­gen, dass die Automa­ten schnel­ler ausver­kauft waren als die mit Süßig­kei­ten bestück­ten. Dass niemand genau weiß, wann und wo der nächste Automat auftaucht, befeu­ert nur weiter das Verlan­gen der User unbedingt eines haben zu wollen. Bleibt abzuwar­ten, wie sich die Specta­cles entwi­ckeln werden. Wer welche haben will, sollte schnell sein und ein Auge auf die nächste Ankün­di­gung haben oder den Twitter Account von Specta­cles genau beobach­ten. Zu haben sind die Brillen derzeit für 129 Dollar, werden aufgrund ihrer limitier­ten Auflage aber bereits für bis zu 900 Dollar auf eBay gehandelt.

Pinte­rest

Pinte­rest ist ein schwie­ri­ges Thema: Erstens handelt es sich bei der App streng genom­men nicht um ein Social Network und zweitens konnte sich die “Bilder­such­ma­schine” in Deutsch­land noch immer nicht so recht behaupten.

Beispiel für die Spotlight Suche in Pinterest

Der Fokus von Pinterest

Das Augen­merk liegt auf Bildern und intel­li­gen­ten Search-Techno­lo­gien. Aller­dings konnte die App ihre Bilder­su­che um einige Level voran­trei­ben: Mit der Einfüh­rung der visuel­len Suche Ende 2015, hat sich Pinte­rest in ein bis dahin recht unerschlos­se­nes Feld gewagt – und gewon­nen. Die visuelle Suche ist intel­li­gent und funktio­niert nahezu perfekt.

Da das Visuelle bei Pinte­rest im Vorder­grund steht, wird dieser Bereich weiter entwi­ckelt werden. In naher Zukunft sollen User demnach Fotos von Produk­ten machen können und auf der Platt­form Vorschläge dazu bekom­men. Dies soll auch mit ganzen Räumen und mehre­ren Vorschlä­gen funktionieren.

Weiter­hin wird Pinte­rest sich nun vermut­lich auf den Ausbau der Augmen­ted Reality Shopping-Funktion fokus­sie­ren, mit der User auf Pinte­rest gefun­dene Objekte virtu­ell in ihrer eigenen Wohnung platzie­ren können.