Defini­tion

Die Verweil­dauer bei Websei­ten, oder wie in der Fachspra­che öfter verwen­det, die „Average Time on Site“ zeigt die durch­schnitt­li­che Zeitspanne auf, die ein User auf einer Webseite verbringt. Hierbei wird der Zeitraum vom Aufru­fen der Seite bis zum Beenden dieser gemessen.

Dokumen­tiert wird die Verweil­dauer mit Hilfe von Webana­lyse Tools, wie in etwa Google Analy­tics. Anhand der Verweil­dauer lässt sich das Inter­esse der User an der Webseite, deren Inhalt sowie die Quali­tät der Seite messen. Die Schwä­chen und Stärken einer Webseite können so vertieft bzw. verbes­sert werden.

Verweildauer - Average time on site - Erklaerung

Relevanz

Für viele Websei­ten­be­trei­ber ist es beson­ders relevant die Entwick­lung der Verweil­dauer zu verfol­gen. Nimmt diese zu, liefert die Webseite ausrei­chend inter­es­san­tes Material für den User. Nimmt die Verweil­dauer hinge­gen ab, ist dies ein Indiz für die Verschlech­te­rung der Websei­ten­ge­stal­tung und des Inhalts, da dieser dem User nicht das gewünschte Resul­tat aufzeigt.

Eine weitere Ursache für die kurze Average Time on Site kann die falsch ausge­wählte Perso­nen- oder Zielgruppe sein. Eine hohe Zahl der Websei­ten wird über die aktive Google-Suche erreicht. Das Ziel der Nutzer hierbei, ist die expli­zite Recher­che zu einem Thema. Kann die aufge­ru­fene Webseite den gewünsch­ten Gehalt nicht wieder­ge­ben, wird die Webseite meist inner­halb einer Minute wieder geschlossen.

Die durch­schnitt­li­che Verweil­dauer auf einer Webseite beträgt 40 Sekun­den. Es ist jedoch zu beobach­ten, dass die User eine Bindung zu einer Webseite aufbauen, je mehr Zeit sie auf dieser verbrin­gen. Websei­ten mit einer hohen durch­schnitt­li­chen Verweil­dauer sind vor allem für werbende Unter­neh­men von äußers­ter Wichtigkeit.

Facebook- das Muster­bei­spiel für eine hohe Verweil­dauer von Usern, schaffte 2012 einen Umsatz von 1086 Mio. USD durch Online-Werbung auf der eigenen Seite. Diese hohe Zahl zeigt die Relevanz und die Bedeu­tung der Verweil­dauer auf.

Soziale Netzwerke

Vor allem im Bereich der Social Media ist die durch­schnitt­li­che Zeitspanne mitun­ter eines der wichtigs­ten Kompo­nen­ten. Facebook ist der Spitzen­rei­ter. Durch­schnitt­lich verbrin­gen die User hier 42 Minuten pro Tag.

Infogra­fik zur Verweildauer

Die durch­schnitt­li­che Zeit die Nutzer pro Tag auf auf in sozia­len Netzwer­ken verbringen:

Durchscnittliche Verweildauer auf Social Media Netzwerke

Quelle: Statista

Bedeu­tung für die Suchmaschinenoptimierung

Die Verweil­dauer ist ein Indiz für die Quali­tät einer Website und es wird gemein­hin angenom­men, dass sie ein Ranking­fak­tor ist. Letzte­res wird auch als Pogo Stick Effect oder Pogo Sticking bezeich­net. Die Aussa­ge­kraft ist aller­dings von den Website-Zielen und dem Zusam­men­spiel mit den Inhal­ten sowie anderen Kennzah­len abhän­gig. Die Art und Weise, wie sie gemes­sen wird, hat beispiels­weise zur Folge, dass nur Besuche von Nutzern erfasst werden, die auch eine Aktion am Ende ihres Besuches durch­ge­führt haben. Sprich: Es muss eine Inter­ak­tion statt­fin­den, damit die Verweil­dauer korrekt erfasst wird und etwas über den Besuch aussagt. Da dies nicht immer der Fall ist, und die Daten zudem im Durch­schnitt errech­net werden, ist die Verweil­dauer bei einigen Websites mit Vorsicht zu genie­ßen. Dazu zählen zum Beispiel Websites, die Nutzer­an­fra­gen relativ schnell und zufrie­den­stel­lend beant­wor­ten. Um die Aussa­ge­kraft der Verweil­dauer im Hinblick auf die Website-Ziele zu erhöhen, können Events und Zielvor­ha­ben mit Google Analy­tics einge­rich­tet werden.

Je nach Art der Website ist auch der Zusam­men­hang zwischen Verweil­dauer und Absprung­rate einer­seits sowie zwischen Sitzun­gen und besuch­ten Seiten anderer­seits von Bedeu­tung. Wenn die Verweil­dauer exakt erfasst werden kann, deuten diese Werte auf die Verwen­dung des Contents durch den Nutzer und somit auf das Nutzer­ver­hal­ten hin. Websites, die Videos bereit­stel­len, sollten jedoch vor diesem Hinter­grund von solchen unter­schie­den werden, die Nutzer durch textli­che Inhalte überzeu­gen wollen. Fakto­ren wie der Lesefluss (Flesch-Reading-Ease), die Tiefe der Inhalte und deren Anord­nung in der Infor­ma­ti­ons­ar­chi­tek­tur können die Verweil­dauer positiv wie negativ beein­flus­sen. Gleiches gilt auch für das Design, verschie­dene Inter­ak­ti­ons­ele­mente (zum Beispiel Call to Action) und die Nutzerführung.

Fazit

Generell lässt sich sagen, dass die Verweil­dauer insbe­son­dere für inhalts­ori­en­tierte Websites und Blogs relevant ist, insofern als sie korrekt erfasst und mit den Website-Zielen, den Inhal­ten und der Struk­tur der Seite gemein­sam betrach­tet wird.

 

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