Landingpage - Aufbau - Elemente - Beispiel

Definition: Landingpage

Unter einer Landingpage (deutsch: Lande-Seite, Einsprungseite, Landing-Page) ist ein Webdokument zu verstehen, das speziell für eine Werbekampagne erstellt wird. Landingpages können als Bestandteile jeder Werbekampagne in allen Online Marketing Kanälen wie Display Marketing, E-Mail Marketing oder Suchmaschinenoptimierung eingesetzt werden. Die Besonderheit solcher Einsprungseiten besteht darin, dass die Seiten inhaltlich und optisch die Botschaft einer Werbekampagne widerspiegeln.

Allgemeine Informationen

Als eine Landingpage kann jede beliebige Webseite betrachtet werden, die von der eigentlichen Webseitenstruktur losgelöst ist. Landingpages sind meist von normalen Webseiten aus nicht zu erreichen. Vielmehr werden sie gezielt auf Werbekampagnen hin optimiert. Landingpages sollen in erster Linie als Unterstützung für Conversions dienen und den Besucher zu bestimmten Aktionen animieren. Aktionen können dabei die Bestellung eines Newsletters, das Ausfüllen eines Kontaktformulars, der Software Download oder eine klassische Produktbestellung sein.

Der Unterschied zwischen einer normalen Webseite und einer Landing-Page besteht darin, dass eine Landingpage zwar als Marketinginstrument eingesetzt wird, aber selbst keine Werbemittel oder Banner beinhaltet. Landingpages sind oft die Verweisziele von Werbebannern auf normalen Webseiten, wenn sie nicht als selbstständiges Werbemittel im Rahmen einer Kampagne genutzt werden. Deshalb werden sie auch nicht gezielt auf bestimmte Keywords hin optimiert, sondern darauf, dass sie Umsätze generieren.

Landing-Pages dienen zunächst der Leadgenerierung: Ein Lead (deutsch: Datensatz) ist ein qualifizierter Besucher, der sich für das Angebot interessiert und freiwillig seine Kontaktdaten zur Verfügung stellt für weitere Marketingmaßnahmen. Mit den so gewonnen Leads wird versucht, die Konversion zu erhöhen: Aus normalen, interessierten Besuchern werden zahlende Kunden, wenn die Landingpage ihr Ziel erfüllt und einen Sale erzeugt. Landingpages können im Rahmen des Tagesgeschäftes als auch von Werbekampagnen verwendet werden.

Ein besonders wichtiges Merkmal von Landingpages ist der Aufruf zu Interaktion des Nutzers. Es wird eine Response- oder Call-Back-Funktion eingebaut, damit der Nutzer mit der Zielseite interagieren kann, z.B. in Form eines Kontaktformulars oder eines ‚Jetzt kaufen‘-Buttons. Jeglicher Inhalt, die Struktur und die Optik zielen darauf ab, dass die Landingpage Nutzerinteraktion erzielt. Um die Kommunikation zwischen Endgerät und Nutzer zu verbessern, kann das Interaction Design helfen.

Darüber hinaus werden Landingpages schlank gehalten: Auf eine Navigation und Elemente, die den Nutzer ablenken und vom Angebot wegführen könnten, wird gänzlich verzichtet.

Wichtige Elemente

Eine Landingpage besitzt in der Regel mehrere Elemente, die bei der User-Betrachtung eine große Rolle spielen. Folgende Abbildung zeigt den Aufbau und die wichtigen Elemente einer Landingpage am Beispiel einer Produktseite.

Elemente und Aufbau einer Landingpage

Landingpage - Aufbau - Elemente - Beispiel

Funktionsarten

Es gibt zwei Funktionsarten.

Standard Landingpage

Es gibt viele Möglichkeiten, Landingpages zu definieren. Dabei können bereits bestehende Seiten als Landingpages verwendet werden, wie etwa Kategorienseiten oder Produktseiten, je nach Ausrichtung der Werbekampagne. Experten empfehlen jedoch, eine Landingpage unabhängig vom eigentlichen Webangebot zu erstellen, als Stand-alone-Seiten: Der klassische Fall ist eine Google AdWords Kampagne, die mittels eines Banners möglichst viele Besucher auf die Landingpage bringen soll, die extra für diese Kampagne eingerichtet wurde.

Dabei sind die Richtlinien von Google zu beachten, denn enthält die Landingpage beispielsweise Malware oder Ähnliches, kann die Seite von Google ausgeschlossen werden. Weiterhin bewertet Google Landingpages anhand des Qualitätsfaktors, der die Nutzererfahrung mit den verwendeten Keywords in Verbindung bringt.

Microsites

Weitere Varianten von Landing-Pages sind Microsites, die völlig unabhängig in eine Webseite integriert werden. Diese erfüllen einen einzigen Zweck, nämlich Konversionen zu unterstützen. Auf diesen Seiten werden Elemente wie Produktvorteile, Kontaktformular oder Eingabemaske platziert. Auf Call-to-Action Buttons soll ein besonderer Augenmerk gelegt werden, da diese den Benutzer direkt zu einer Konversionsseite weiterleiten.

Andere Webseitenelemente, die im normalen Webauftritt vorhanden sind, wie z.B. die durchgehenden Navigation oder Firmen-Bereich können auf Landingpages weggelassen werden, um die Aufmerksamkeit ausschließlich auf die Konversionserreichung zu legen. Auch das Wording der Überschrift einer Microsite Landingpage sollte konversionsorientiert festgelegt werden. Wurde zur Konversion-Generierung eine spezielle Kampagne erstellt, sollte auch bei der Microsite darauf geachtet werden, dass das Design der Landingpage mit dem Design der Kampagne übereinstimmt, um so den Wiedererkennungswert zu gewährleisten.

Landingpages sollen die Identifizierung des Nutzers mit dem Angebot dadurch unterstützen, dass sie im Corporate Design umgesetzt sind.

Landingpage Optimierung

Der Prozess der Verbesserung einer Landingpage im Hinblick auf eine Conversion Rate Verbesserung oder Minimierung der Bounce-Rate wird als Landingpage Optimierung bezeichnet. Dabei werden verschiedene Elemente der Landingpage angepasst, um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen.

Zunächst ist die Struktur zu erwähnen. Die Seite sollte übersichtlich aufgebaut sein und die Informationen, die sie vermitteln soll, auf einfache Weise präsentieren. Inhaltlich ist die Landingpage entweder auf die Werbebotschaft hin optimiert oder speziell auf bestimmte Keywords ausgerichtet, die sich an AdWords-Kampagnen orientieren können. Wichtige Keywords werden im Inhalt und vor allem in Überschriften platziert. So erkennen Kunden, worum es geht, und Suchmaschinen erhalten semantische Signale. Der eigentliche Text ist jedoch nicht auf bestimmte Keywords optimiert (Vgl. Keyword Stuffing).

Auf Elemente, die den Nutzer vom eigentlichen Angebot ablenken, wird verzichtet. Je nach Zieldefinition einer Landingpage werden Kontaktformulare oder Buttons integriert, aber Verweise werden meist weggelassen, da sie den Nutzer vom Angebot wegführen könnten – das gilt auch für eine Navigation. Jede Landingpage konzentriert sich auf das, was sie erreichen soll. Sie soll den Nutzer zu einem zahlenden Kunden machen. Deshalb werden meist verschiedene Verkaufsargumente und Alleinstellungsmerkmale des Produktes in den Inhalt der Landingpage eingepflegt. Dabei soll die Werbebotschaft dem Nutzer erklären, warum dieses Produkt oder Angebot für ihn geeignet ist. Es geht also auch darum, authentische und überzeugende Informationen bereitzustellen.

Viele Marketer setzen hier auf einen Aha-Effekt, indem sie versuchen, den Nutzern inspirierende Inhalte zu vermitteln, sodass Nutzer sich emotional mit dem Produkt auseinandersetzen. Danach folgt der ‚Call to Action‘, um aus einem Besucher einen Lead oder gar eine Konversion zu machen.

Als gängige Methode der langfristigen Optimierung wird das Website Testing verwendet, z.B. A/B-Testing. Hier werden zwei Version einer Landingpage hinsichtlich ihrer Konversionsrate überprüft. Nur eine Version wird geändert, um die Veränderungen im Nutzerverhalten zu registrieren. Landing-Pages können also gezielt zur Erhöhung der Konversionsrate verändert werden. Auch Multivariates Testing kommt zum Einsatz.