Defini­tion: Infotain­ment

Der Begriff Infotain­ment ist ein Neolo­gis­mus, der die Begriffe Infor­ma­tion und Enter­tain­ment (deutsch: Unter­hal­tung) zusam­men­führt. Im Grund­satz sollen Infor­ma­tio­nen auf unter­halt­same Weise vermit­telt werden, um insbe­son­dere schwer zugäng­li­che Inhalte leicht trans­por­tie­ren zu können. Infotain­ment kommt in den verschie­dens­ten Medien zum Einsatz: Fernse­hen, Hörfunk oder Zeitung und neuer­dings auch bei Online-Medien, Websites und sogar Cockpits von Fahrzeu­gen.

 

Allge­meine Infor­ma­tio­nen

Das Ziel des Infotain­ments liegt darin, die Aufnah­me­fä­hig­keit des Empfän­gers durch bestimmte Mittel zu erhöhen und dadurch einen besse­ren Lernef­fekt zu errei­chen. Der Empfän­ger soll Botschaf­ten leich­ter aufneh­men, die durch die multi­me­diale Kommu­ni­ka­ti­ons­form des Infotain­ments übertra­gen werden. Die Mittel richten sich nach dem jewei­li­gen Medium: Im Print­be­reich sind es Grafi­ken und Fotos, im Fernse­hen kann es ein bestimm­tes Dokumen­ta­ti­ons­for­mat sein, während im Online-Bereich Medien wie Videos oder inter­ak­tive Flash-Inhalte verwen­det werden.

Essen­ti­ell für Infotain­ment ist der Gebrauch von visuel­len und teilweise inter­ak­ti­ven Reizen, die sich der Betrach­ter besser einprä­gen kann als bloße Infor­ma­tion in Form von Text. Die Proble­ma­tik, die damit einher­geht, ist der befürch­tete Verlust der Infor­ma­tion, die eigent­lich dadurch übertra­gen werden sollte. Denn den Hinter­grund für den Begriff des Infotain­ments bildet eine kriti­sche Position des Medien­wis­sen­schaft­lers Neil Postman. Er kriti­sierte die zuneh­mende Verwen­dung von audio­vi­su­el­len Reizen beim Fernse­hen zu Lasten der Infor­ma­ti­ons­über­mitt­lung und prägte dadurch den Begriff des Infotain­ments. Gleich­wohl können bestimmte Inhalte womög­lich besser trans­por­tiert werden, wenn sie in einen grafi­schen Kontext gerückt werden.

 

Praxis­be­zug

Infotain­ment wird in moder­nen Medien ohne kriti­sche Neben­be­deu­tung verwen­det – sowohl im B2C (Business to Custo­mer) als auch im B2B (Business to Business)-Bereich. Infotain­ment kommt nicht nur beim Fernse­hen, im Radio und in der Zeitung, sondern auch bei den Online-Medien und weite­ren techni­schen Umgebun­gen zum Einsatz. Es geht um Aufmerk­sam­keit, Einschalt­quo­ten oder Seiten­auf­rufe; oder um Benut­zer­füh­rung und Usabi­lity.

Der Ansatz, dass Infor­ma­tion mittels eines unter­halt­sa­men Formats in einem bestimm­ten Medium übertra­gen wird, kann die zu übertra­gende Infor­ma­tion aufwer­ten. Insbe­son­dere dann, wenn Nutzer daran teilha­ben können. Multi­me­diale und inter­ak­tive Inhalte sind Parade­bei­spiele für Infotain­ment: Sei es ein Video, das Infor­ma­tio­nen über eine Brand – eine Marke – trans­por­tiert oder eine inter­ak­tive Grafik, die in die Produkt­welt dieser Marke einführt. Oft wird Infotain­ment deshalb am POS (Point of Sale) einge­setzt, um durch das beson­dere Medium bzw. Format den Absatz bzw. die ROI-Werte zu steigern.

 

Bedeu­tung für SEO

Ein wichti­ges Merkmal von Infotain­ment ist stets die Art und Weise, wie Infor­ma­tio­nen übertra­gen, vermit­telt und präsen­tiert werden. Während bestimm­ten Medien durch ihr Format hier Grenzen aufer­legt sind, eröff­nen andere Formate wie das Inter­net mit Techno­lo­gien wie HTML5 oder JavaScript neue Wege, Infor­ma­tio­nen zu trans­por­tie­ren. Die Stich­wör­ter, die in diesem Zusam­men­hang fallen können, sind: Content Marke­ting, Nutzer­inter­ak­tion, Custo­mer Journey oder User Experi­ence; Aber auch Multich­an­nel-Distri­bu­tion, Branding, Inbound Marke­ting und Suchma­schi­nen­op­ti­mie­rung.

Gemäß dem Slogan ‘Content is King’ können Inhalte generiert werden, die einer­seits Infor­ma­tio­nen übertra­gen und anderer­seits einen gewis­sen Überra­schungs­ef­fekt beim Nutzer erzie­len. Ein lusti­ges, kreati­ves Video, bei dem es eigent­lich nicht um ein bestimm­tes Produkt geht, kann die Brand in den Fokus der Aufmerk­sam­keit rücken. Inhalte, die den User mit auf eine kleine Reise nehmen, können Botschaf­ten vermit­teln, die gerade durch die Verwen­dung des Mediums beim Rezipi­en­ten und der Zielgruppe ankom­men. Je viraler solche Inhalte sind, desto schnel­ler verbrei­ten sie sich und sorgen für Traffic, Reputa­tion, Image und einen gewis­sen Wieder­erken­nungs­wert.

Damit die Infor­ma­tion nicht gänzlich in den Hinter­grund rückt, darf das Format des Mediums nicht Überhand gewin­nen – eine authen­ti­sche, ehrli­che und überzeu­gende Botschaft muss natür­lich kommu­ni­ziert werden. Im Hinblick auf die Suchma­schi­nen­op­ti­mie­rung müssen die Inhalte auf bestimmte Weise ausge­zeich­net werden, um zum Beispiel Metain­for­ma­tio­nen oder struk­tu­rierte Daten wie Rich Snippets an die Suchma­schi­nen weiter­zu­ge­ben und dadurch womög­lich das Ranking zu verbes­sern.