Aufgrund der Corona-Pande­mie wechseln auch in Deutsch­land ganze Unter­neh­men ins Homeof­fice. Doch wie geht das eigent­lich – und was müssen Arbeit­ge­ber und Arbeit­neh­mer dabei beach­ten? Hier erhältst Du praxis­nahe und verständ­li­che Antwor­ten.

In diesem Ratge­ber erklä­ren wir, wie die Heimar­beit am besten funktio­niert und worauf es für alle Betei­lig­ten zu achten gilt. Wir geben dir Tools an die Hand, die Video­kon­fe­ren­zen möglich machen, und erklä­ren, wie Arbeits­schritte für alle nachvoll­zie­hend dokumen­tiert werden können. Wir geben Workflows-Tipps und verra­ten die wichtigs­ten Verhal­tens­re­geln.

Das erwar­tet dich:

  1. Umzug ins Homeof­fice – wie richte ich meinen Arbeits­platz ein?
  2. Wichtige Tools, die Homeof­fice erst ermög­li­chen
  3. Workflow für produk­ti­ves Arbei­ten im Homeof­fice
  4. Tipps zur besse­ren Kommu­ni­ka­tion im Team
  5. Meeting-Situa­tio­nen effizi­ent bewäl­ti­gen – worauf es zu achten gilt
  6. Tipps zur ausrei­chen­den Bewegung im Homeof­fice

So schaf­fen Arbeit­neh­mer und Arbeit­ge­ber den Umzug. Auch Unter­neh­men können dazu beitra­gen, die Anste­ckungs­kurve flach zu halten. Vor allem digital trans­for­mierte Firmen haben ein Werkzeug zur Hand, das von großer Bedeu­tung ist: das Homeof­fice. Dieser Ratge­ber soll helfen, die Arbeit von Zuhause zu reali­sie­ren und somit die Covid-19-Erkran­kungs­rate so gering wie möglich zu halten. Er liefert alle wichti­gen Fakten zum Thema Homeof­fice während der Pande­mie. Rechte und Pflich­ten von Arbeit­ge­bern und Arbeit­neh­mern werden genauso thema­ti­siert wie Ratschläge zum produk­ti­ven Arbei­ten von Zuhause, Hygie­ne­tipps für den Arbeits­platz und auch einen Überblick über die wichtigs­ten Homeof­fice-Tools geben wir.

Der kosten­lose Ratge­ber liefert die Grund­lage dafür, auch im Homeof­fice produk­tiv zu arbei­ten und fasst die wichtigs­ten Punkte für alle Betei­lig­ten zusam­men.

Vorwort

Das Corona­vi­rus Sars-CoV‑2 hat sich schnell zu einer globale Pande­mie entwi­ckelt. Täglich sind Bürge­rin­nen und Bürger mit neuen Infor­ma­tio­nen konfron­tiert: abgesagte Großver­an­stal­tun­gen, ausfal­len­der Unter­richt an Schulen, kurzfris­tige Einrei­se­ver­bote und ausge­ru­fene Quaran­tä­ne­zo­nen. Die Politik reagiert mit teils drasti­schen Maßnah­men, um die Ausbrei­tung von Infek­tio­nen gering zu halten. „Flatten the Curve“ heißt das Gebot der Stunde: Die Ausbrei­tung der Infek­tio­nen soll so stark wie möglich verlang­samt werden, damit das Gesund­heits­sys­tem nicht unter dem Andrang vieler gleich­zei­tig Erkrank­ter kolla­biert.

COVID-19-Diagramm - Ausbreitung und Massnahmen

Auch Unter­neh­men können helfen, die Anste­ckungs­kurve flach zu halten. Vor allem Firmen mit digiten Arbeits- und Kommu­ni­ka­ti­ons­pro­zes­sen haben ein Werkzeug zur Hand, das von großer Bedeu­tung ist: das Homeof­fice. Indem Mitar­bei­te­rin­nen und Mitar­bei­ter von Zuhause aus arbei­ten und so der Kontakt mit anderen Menschen auf ein Minimum beschränkt wird, ist auch das Infek­ti­ons­ri­siko gesenkt. Schon allein durch den ausfal­len­den Arbeits­weg: Die Berli­ner Verkehrs­be­triebe stell­ten 2017 beispiels­weise einen Fahrgast­re­kord von 1.064 Millio­nen Fahrgäs­ten auf. Das sind mehr als 2,9 Millio­nen Fahrten pro Tag, in denen Beschäf­tigte sich poten­zi­ell bei anderen Mitfah­re­rin­nen und Mitfah­rern anste­cken können – sei es durch unacht­sa­mes Husten und Niesen oder durch den Kontakt mit zurück­ge­las­se­nen Viren an Fahrkar­ten-automa­ten, Türknöp­fen und anderen Oberflä­chen. Wer im Homeof­fice arbei­tet, muss sich um den Arbeits- weg nicht sorgen.

Doch auch inner­halb der Beleg­schaft wird das Risiko, andere Kolle­gin­nen und Kolle­gen anzuste­cken, drastisch minimiert. Im Unter­neh­men sitzt das Team nah beiein­an­der. Wir teilen den Kaffee­au­to­ma­ten, benut­zen gemein­sam Drucker und Scanner, gehen die gleichen Wege und öffnen Türen, Fenster und Schub­la­den. Wir benut­zen Wasser­hähne und bedie­nen Licht­schal­ter. Bakte­rien und Viren können so von Mensch zu Mensch übertra­gen werden. Produ­zie­rende Unter­neh­men müssen sich diesem poten­zi­el­len Infek­ti­ons­ri­siko zumeist stellen und versu­chen es durch verschärfte Hygie­ne­stan­dards und konkrete Verhal­tens­re­geln gering zu halten. Unter­neh­men, deren Arbeits­pro­zesse überwie­gend digital statt­fin­den, können hinge­gen leicht den Arbeits­ort der einzel­nen Mitar­bei­te­rin­nen und Mitar­bei­ter in die heimi­schen vier Wände verle­gen – und so dafür sorgen, dass Bakte­rien und Viren sich nicht verbrei­ten.

In diesem Ratge­ber mit Schwer­punkt „Homeof­fice während der Corona-Notlage in Deutsch­land und der Welt“ erklä­ren wir, wie die Heimar­beit am besten funktio­niert und worauf es für alle Betei­lig­ten zu achten gilt. Wir geben Tools an die Hand, die dazu befähi­gen, Video­kon­fe­ren­zen durch­zu­füh­ren und Arbeits­schritte für alle nachvoll­zieh­bar zu dokumen­tie­ren. Wir geben Workflows-Tipps und verra­ten die wichtigs­ten Verhal­tens­re­geln. Und wir sensi­bi­li­sie­ren auch für recht­li­che Fragen, die sowohl Arbeit­ge­ber als auch Arbeit­neh­mer betref­fen. So wollen wir helfen, Homeof­fice für alle zu reali­sie­ren und die Covid-19-Erkran­kungs­rate so gering wie möglich zu halten.

Inhalt

  • Kapitel 1: Gibt es ein Recht auf Homeof­fice in Deutsch­land?
  • Kapitel 2: Umzug ins Homeof­fice – so richtest du dein Arbeits­platz ein
  • Kapitel 3: Wichtige Tools, die Homeof­fice erst ermög­li­chen
  • Kapitel 4: Produk­ti­ves Arbei­ten im Homeof­fice – Tipps für deinen Workflow
  • Kapitel 5: Meeting-Situa­tio­nen effizi­ent bewäl­ti­gen – worauf es zu achten gilt
  • Kapitel 6: Uptodate bleiben – so geht Team-Kommu­ni­ka­tion im Homeof­fice
  • Kapitel 7: Tipps zur ausrei­chen­den Bewegung im Homeof­fice
  • Kapitel 8: Kita und Schule zu Hause – Tools und Links zum Lernen und Spielen
  • Kapitel 9: Maßnah­men für Hygiene und Viren­schutz

Kapitel 1: Gibt es ein Recht auf Homeof­fice in Deutsch­land?

Während die Anste­ckungs­rate steigt, stellen sich Arbeit­neh­me­rin­nen und Arbeit­neh­mer viele recht­li­che Fragen: etwa, ob sie aus Angst vor Covid-19 eigen­stän­dig Dienst­rei­sen absagen können oder ob sie nicht sogar ein Recht auf Homeof­fice haben, um einer mögli­chen Anste­ckung zu entkom­men. Letztere Frage beant­wor­tet Thomas Hey. Er ist Partner der Kanzlei Bird & Bird und Fachan­walt für Arbeits­recht. „In Deutsch­land gibt es keinen gesetz­li­chen Anspruch auf Homeof­fice“, erklärt der Rechts­ex­perte. „Auch nicht in der aktuel­len Lage.“

Homeoffice-Multitasking-AufgabenEin Recht auf Homeof­fice besteht für die Arbeit­neh­mer nicht, solange keine konkrete Anste­ckungs­ge­fahr im Betrieb oder eine entspre­chende Verein­ba­rung zum Homeof­fice besteht, so Hey. Spätes­tens im Falle eines Corona-Infizier­ten unter den Mitar­bei­te­rin­nen und Mitar­bei­tern seien Arbeit­ge­ber jedoch gut beraten, das ganze Team ins Homeof­fice zu entlas­sen. „Arbeit­ge­ber haben gegen­über ihren Arbeit­neh­mern Schutz­pflich­ten.“ Um diesen Pflich­ten gerecht zu werden, sollen Arbeit­ge­ber über die aktuelle Gefähr­dungs­lage etwa mithilfe der Risiko­be­wer­tun­gen und Empfeh­lun­gen des Robert-Koch-Insti­tuts infor­miert bleiben.

Laut Thomas Hey sind Arbeit­ge­ber dazu verpflich­tet, Arbeit­neh­mer vor infizier­ten Perso­nen zu schüt­zen. „Um das zu gewähr­leis­ten, kann es notwen­dig sein, von Besuchern eine Erklä­rung zu ihrem aktuel­len Gesund­heits­sta­tus, mögli­chen Aufent­hal­ten in Risiko­ge­bie­ten sowie dem persön­li­chen Kontakt zu Perso­nen mit bestä­tig­ter Corona-Infek­tion einzu­ho­len.“

Darüber hinaus empfiehlt Bird & Bird eine Überprü­fung der Einhal­tung und gegebe­nen­falls die Verschär­fung von Hygie­ne­vor­schrif­ten im Betrieb und rät, die Beleg­schaft über präven­tive Maßnah­men zu infor­mie­ren.

Um das Anste­ckungs­ri­siko weiter zu verrin­gern, seien aber auch die Arbeit­neh­me­rin­nen und Arbeit­neh­mer gefragt. „Mitar­bei­ter sind ihrem Arbeit­ge­ber gegen­über zur Auskunft darüber verpflich­tet, ob sie sich in Gegen­den mit erhöh­ten Krank­heits­fäl­len aufge­hal­ten haben bezie­hungs­weise inten­si­ven Kontakt zu solchen Perso­nen hatten“, erklärt Rechts­ex­perte Hey im Gespräch weiter: „Arbeit­ge­ber könnten solche Arbeit­neh­mer bitten, sich unter­su­chen zu lassen. Im Fall konkre­ter Anhalts­punkte für eine Infek­tion können sie die betrof­fe­nen Kolle­gen von der Verpflich­tung zur Arbeit bezahlt freistel­len.“

Kapitel 2: Umzug ins Homeof­fice – so richtest du deinen Arbeits­platz ein

IT-Sicher­heit im Homeof­fice

Eines vorweg: Ein Arbeits­platz bleibt ein Arbeits­platz – egal, ob er sich zu Hause oder im Büro befin­det. Die deutsche Recht­spre­chung kennt das Homeof­fice unter dem Begriff des Telear­beits­plat­zes. Nach § 2 Abs. 7 Arbeits­stät­ten­ver­ord­nung (ArbStättV) sind Telear­beits­plätze vom Arbeit­ge­ber fest einge­rich­tete Bildschirm­ar­beits­plätze im Privat­be­reich der Beschäf­tig­ten und unter­lie­gen somit auch konkre­ten Regeln. Dazu gehört auch, dass der Arbeit­ge­ber die Arbeit­neh­mer mit allen Mitteln ausstat­ten muss, die zur Durch­füh­rung der Arbeit benötigt werden. Zu den gängi­gen Kommu­ni­ka­ti­ons­mit­teln im Homeof­fice zählen beispiels­weise PC, Notebook oder Smart­phone. Der Austausch vor allem von sensi­blen Daten sollte dabei grund­sätz­lich über ein virtu­el­les priva­tes Netzwerk (VPN) erfol­gen, das die IT-Abtei­lung aufsetzt. Mithilfe einer bereit­ge­stell­ten Anlei­tung der hausin­ter­nen Digital­ex­per­ten kann sich anschlie­ßend jede Kolle­gin und jeder Kollege von daheim aus unpro­ble­ma­tisch Zugang in das Netzwerk verschaf­fen. Um Betriebs­in­terna sicher und geschützt auszu­tau­schen, ist ein VPN, über das alle Team-Mitglie­der im Austausch bleiben, ratsam. Zudem können die Mitar­bei­te­rin­nen und Mitar­bei­ter über das VPN auch auf Infor­ma­ti­ons­quel­len wie das Intra­net zugrei­fen, die nur inner­halb des Firmen­netz­werks abruf­bar sind.

IT-Sicherheit-VPN

Geräte aus dem Büro im Homeof­fice nutzen

Grund­sätz­lich ist es ratsam, Mitar­bei­te­rin­nen und Mitar­bei­ter entwe­der mit Geräten auszu­stat­ten, die sie auch zu Hause nutzen können, oder ihnen den Zugriff mit Privat­ge­rä­ten zu erlau­ben. Aufgrund des Arbeits- schut­zes kann es auch notwen­dig sein, dass Mobiliar zur Verfü­gung gestellt werden muss. Wer beispiels­weise keinen Schreib­tisch oder Bürostuhl daheim hat, sollte im Zweifel auch sie überfüh­ren.

Arbeits­platz aufbauen

Auch die Rahmen­be­din­gun­gen für die Einrich­tung eines Bildschirm­ar­beits­plat­zes werden grund­sätz­lich durch die Arbeits­stät­ten­ver­ord­nung vorge­ge­ben. Vor allem, um die Ergono­mie, also die optimale wechsel- seitige Anpas­sung zwischen dem Menschen und seinen Arbeits­ge­rä­ten, zu gewähr­leis­ten, ist unter anderem die korrekte Platzie­rung und Ausrich­tung des Schreib­ti­sches von Bedeu­tung. Laut Gesund­heits­ex­per­ten sollte der Arbeits­platz beispiels­weise nicht direkt vor einem Fenster aufge­stellt sein. Befin­det sich das Fenster direkt hinter dem Monitor, ist das Hellig­keits­ge­fälle zwischen Tages- und Display­Licht in der Regel zu hoch und müde Augen und auftre­tende Kopfschmer­zen können die Folgen sein. Befin­det sich das Fenster im Rücken der Mitar­bei­te­rin oder des Mitar­bei­ters, kann es hinge­gen zu Spiege­lun­gen auf dem Monitor kommen. Die ideale Positio­nie­rung ist deshalb tatsäch­lich seitlich entlang des Fensters. Um sich vor unange­neh­mer Sonnen­ein­strah­lung zu schüt­zen, ist zudem eine Jalou­sie empfeh­lens­wert. Auch eine ausrei­chende und blend­freie Decken­be­leuch­tung ist Pflicht. Hier sei eine Beleuch­tungs­stärke zwischen 400 und 600 Lux empfoh­len.

Schreib­tisch und Bürostuhl ausrich­ten

Wer gelegent­lich zu Hause arbei­tet, kommt häufig mit dem Esstisch und einem norma­len Stuhl ganz gut zurecht. Wer nun über Tage oder Wochen durch­weg im Homeof­fice arbei­tet, sollte seine Ansprü­che jedoch höher schrau­ben. Ein Schreib­tisch und Bürostuhl sind Pflicht. Im Ideal­fall ist der Schreib­tisch für einen Bildschirm­ar­beits­platz in der Höhe zwischen 68 und 76 Zenti­me­tern verstell­bar und verfügt über eine ausrei­chend große und nicht spiegelnde Arbeits­flä­che. Gesund­heits­ex­per­ten raten, die Höhe des Schreib­ti­sches am Oberschen­kel auszu­rich­ten. Zwischen dem Bein und der Schreib­tisch­kante sollten etwa zehn Zenti­me­ter liegen. Der Bürostuhl sollte ebenfalls zwischen 38 und 55 Zenti­me­ter in der Höhe verstell­bar sein und eine hohe Stand­si­cher­heit bieten. Rücken- und Armleh­nen sollten ebenfalls flexi­bel verstell­bar sein. Die Faust­re­gel zur Körper­hal­tung: alles im 90-Grad-Winkel. Stehen die Füße auf dem Boden, sollte sich zwischen den Waden und den Oberschen­keln der Winkel genauso verhal­ten wie auch für den Abstand zwischen den Unter­ar­men, die auf der Armliege liegen, sowie den Schul­tern, die an der Rücken­lehne ausge­rich­tet sind.

Tipp zum Sitzen

Trotz­dem sollten Mitar­bei­te­rin­nen und Mitar­bei­ter darauf achten, dass die Sitzhal­tung nicht daue haft starr bleibt, sondern auch mal gewech­selt wird. Dadurch lassen sich einsei­tige Belas­tun­gen des Skelett­ap­pa­ra­tes und der Bandschei­ben vorbeu­gen. Sitzbälle sind eine Alter­na­tive und Wohltat für die Bandschei­ben. Zusätz­lich empfiehlt es sich, immer mal wieder im Stehen zu arbei­ten. Wer im Homeof­fice weder einen Sitzball noch einen Stehar­beits­platz zur Verfü­gung hat, kann sich auch gelegent­lich auf die Couch oder in den Sessel setzen – jedoch nur für eine kurzzei­tige Abwechs­lung. Noch besser: während der Pausen regel­mä­ßig aufste­hen und durch den Raum gehen. Dafür gibt es auch entspre­chende Apps , die regel­mä­ßig daran erinnern – mehr dazu später in diesem Ratge­ber in unserer Tool-Sammlung.

Monitor und Einga­be­ge­räte ergono­misch ausrich­ten

Ein flexi­bel in der Höhe verstell­ba­res Display ist genauso sinnvoll wie ein höhen­ver­stell­ba­rer Schreib­tisch oder Bürostuhl. Um allen ergono­mi­schen Bedürf­nis­sen gerecht zu werden, muss ein Monitor nicht nur nach oben und unten, sondern in alle Richtun­gen verstell­bar sein. Der Abstand zwischen Mitar­bei­te­rin oder Mitar­bei­ter zum Monitor sollte zwischen 50 und 80 Zenti­me­ter betra­gen – je nachdem, wie groß der verwen­dete Bildschirm ist. Der Bildschirm sollte zudem direkt vor der Person stehen und nicht seitlich versetzt. In der optima­len Höhen­ein­stel­lung liegt der obere Bildschirm­rand deutlich unter­halb der Augen­höhe. Der Blick in die Monitor­mitte sollte in etwa einem 35-Grad-Winkel nach unten gleich­kom­men. Die typischen Einga­be­ge­räte am Bildschirm­ar­beits­platz sind – nach wie vor – Tasta­tur und Maus. Liegen die Handflä­chen auf der Tasta­tur, sollte der Blick in einem etwa 60-Grad-Winkel nach unten gerich­tet sein. Ergono­misch gesehen hat eine Tasta­tur mit einer weichen Handbal­len­auf­lage übrigens deutli­che Vorteile, da sie die Handge­lenke spürbar entlas­tet.

Ergonomischer-Arbeitsplatz-Richtig-Sitzen-Stehen

Kapitel 3: Wichtige Tools, die Homeof­fice erst ermög­li­chen

Slack – für die Online-Kommu­ni­ka­tion

Mal eben über den Tisch rufen, um nach einer Infor­ma­tion zu fragen? Das ist im Homeof­fice nicht möglich. Messen­ger-Programme wie das populäre Slack schaf­fen hier Abhilfe. Die Büro-Chats sind in der Lage, die Kommu­ni­ka­tion sowohl einzel­ner Teams als auch des gesam­ten Unter­neh­mens zusam­men­zu­füh­ren. Auch Dienste wie Zoom oder Google Drive lassen sich leicht in Slack integrie­ren, um aus dem Tool heraus sofort ein Meeting zu starten, beizu­tre­ten oder Dateien in die Cloud zu speichern.

Weitere Alter­na­ti­ven: Micro­soft Teams und Circuit (deutscher Anbie­ter).

Zoom – für die Video­kon­fe­renz

Der Austausch unter Kolle­gin­nen und Kolle­gen bleibt auch im Homeof­fice wichtig. Was analog das Steh-Meeting ist, ist digital wohl der Video­chat. Zoom gehört hier zu den bekann­tes­ten Anbie­tern. Gesprä­che lassen sich zwischen zwei Teilneh­mern sowie mit dem gesam­ten Team aufset­zen. Erfreu­lich: Sogar in der kosten­lo­sen Variante können bis zu 100 Perso­nen an einem Video­call teilneh­men. Aller­dings ist die Dauer eines Meetings ab drei Teilneh­mern auf 40 Minuten beschränkt. Zoom synchro­ni­siert sich zudem mit allen gängi­gen Kalen­der-Syste­men und optimiert die Meetings sowohl für den Desktop als auch auf dem Smart­phone. Die Treffen sind natür­lich auch Ende-zu-Ende-verschlüs­selt.

Weitere Alter­na­ti­ven: Skype und Facetime.

Asana – für das Projekt­ma­nage­ment

Auch Asana ist ein digita­ler Arbeits­platz. Anders als bei Slack liegt der Fokus jedoch weniger auf dem Austausch, sondern auf der Planung von Projek­ten und To-do-Punkten – wobei jedes Projekt über eine ent- sprechende Funktion auch kommen­tiert werden kann. Kolle­gin­nen und Kolle­gen können Projekte anlegen, weitere Perso­nen an Bord holen, ihnen Aufga­ben zuwei­sen und den jewei­li­gen Bearbei­tungs­stand einzel­ner To-dos sowie des gesam­ten Unter­fan­gens überwa­chen. Jedes Team-Mitglied kann sich infor­mie­ren, wie weit ein Prozess bereits fortge­schrit­ten ist und welche Aufga­ben noch zu erledi­gen sind. Asana gehört zu den belieb­tes­ten Projekt­ma­nage­ment-Tools und lässt sich ebenfalls mit anderen Diens­ten wie Slack und Google Drive verbin­den.

Weitere Alter­na­ti­ven: Trello und Hive.

Google Drive – für die Daten­spei­che­rung

Google Drive ist ein Cloud­spei­cher-Dienst, in dem Dokumente gesam­melt und mit Team-Mitglie­dern geteilt werden können. Kolle­gin­nen und Kolle­gen können Ordner­sys­teme anlegen und Dateien sowohl hochla­den als auch neu darin erstel­len. Die Spanne reicht von Textdo­ku­men­ten über Tabel­len­kal­ku­la­tio­nen bis hin zu Präsen­ta­tio­nen und Formu­la­ren – also allem, was zu einem Office-Paket in der Basis-Version in der Cloud gehört. Jede Datei kann einzeln freige­ge­ben und gemein­sam online im Browser bearbei­tet werden, sodass jeder die Kontrolle darüber hat, wer im Unter­neh­men auf die Daten zugrei­fen kann. Jeder im Team kann zudem gleich­zei­tig an den Inhal­ten arbei­ten. Verän­de­run­gen werden in Echtzeit angezeigt. Google Drive funktio­niert auf allen Geräten und Betriebs­sys­te­men im Browser – von PC bis Smart­phone. Es gibt eine Native- und Web-App. Zum Start sind 15 Gigabyte freier Speicher kosten­los.

Weitere Alter­na­ti­ven: Dropbox und Owncloud (deutscher Anbie­ter).

Wetrans­fer – für den Daten­trans­fer

Nur mal eben eine Datei übertra­gen, ohne das Ordner­sys­tem zuzumül­len? Die Datei ist jedoch zu groß für die E‑Mail? Mitar­bei­te­rin­nen und Mitar­bei­tern können Dateien bis zu einer Größe von zwei Gigabyte mit Wetrans­fer schnell und unpro­ble­ma­tisch teilen. Der Daten­trans­fer-Dienst kann zudem so oft genutzt werden, wie Anwen­de­rin­nen und Anwen­der ihn benöti­gen – es gibt dahin­ge­hend keine Limitie­rung. Die Dateien werden nach dem Upload auf dem Server des Dienst­leis­ters bis zu zwei Wochen gespei­chert. Nach dem Upload erhält der Empfän­ger eine E‑Mail mit dem entspre­chen­den Link zum Download. Die Übertra­gung erfolgt zudem verschlüs­selt. Eine Regis­trie­rung der Kolle­gin­nen und Kolle­gen ist beim Anbie­ter nicht notwen­dig.

Weitere Alter­na­ti­ven: Firefox Send und Teras­hare.

Teamviewer – für die Fernwar­tung

Typisches Szena­rio: Der Rechner läuft nicht ganz rund, das Programm ist unver­ständ­lich, die Einstel­lung versteckt – was tun? Norma­ler­weise wird im Kolle­gen­kreis nach Hilfe gefragt und prompt kommt die Kolle­gin oder der Kollege an den Schreib­tisch und zeigt, wie es geht. Im Homeof­fice wird das schwie­rig – und da kommt Teamviewer ist Spiel. Mit dem Tool können Mitar­bei­te­rin­nen und Mitar­bei­ter auf den Rechner einer anderen Person zugrei­fen. Das ist auch und vor allem bei der Fernwar­tung nützlich. Auch wenn du beispiels­weise auf einen zweiten Compu­ter im Büro zugrei­fen musst, kann Teamviewer das ermög­li­chen. Teamviewer funktio­niert sogar von dem Smart­phone aus – Voraus­set­zung ist mindes­tens eine 3G-Verbin­dung.

Weitere Alter­na­ti­ven: Smarts­heet und Anydesk Free.

Rescue Time – für den Fokus

Hand aufs Herz: Im Homeof­fice zu arbei­ten, birgt ein Prokras­ti­na­ti­ons­ri­siko. Vor allem Menschen, die zum ersten Mal in die Heimar­beit schlit­tern, können anfangs viel Zeit beim Surfen im Netz vertrö­deln. Mit Rescue Time können Mitar­bei­te­rin­nen und Mitar­bei­ter überprü­fen, wie viel Zeit sie auf welcher Website verbrin­gen. Das hilft einer­seits dabei, produk­ti­ver zu werden, anderer­seits aber auch, die eigene Produk­ti­vi­tät – ähnlich wie im Büro – aufrecht­zu­er­hal­ten. Wer weiter­hin alles in der Arbeits­zeit schafft, erhält nicht zuletzt das Gleich­ge­wicht zwischen Job und Privat­le­ben. Das Tool ermög­licht es auch, Seiten wie Facebook oder Youtube für eine bestimmte Zeit am Tag zu blockie­ren und so für mehr Fokus zu sorgen.

Weitere Alter­na­ti­ven: Manic Time.

Kapitel 4: Produk­ti­ves Arbei­ten im Homeof­fice – Tipps für deinen Workflow

Arbeits­platz sinnvoll wählen

Der Arbeits­ort entschei­det nicht selten darüber, wie produk­tiv ein Berufs­tä­ti­ger im Homeof­fice ist und wie sorglos sie oder er in den Feier­abend geht. Im Ideal­fall gibt es in der Wohnung ein Arbeits­zim­mer oder einen Raum, der provi­so­risch dazu umfunk­tio­niert werden kann. Dabei sollten Heimar­bei­te­rin­nen und Heimar­bei­ter ein paar Dinge beach­ten: Das Arbeits­zim­mer und das Schlaf­zim­mer sollten – wenn möglich – nicht dasselbe sein. Wer den ganzen Tag dort arbei­tet, wo abends geschla­fen wird, wird in den vielen Fällen Einschlaf­pro­bleme bekom­men. Auch sollte das Arbeits­zim­mer nicht unbedingt der Ort sein, in dem das komplette Famili­en­le­ben statt­fin­det, um nicht ständig von Neben­ge­räu­schen umgeben zu sein. Das ist oft leich­ter gesagt als getan – vor allem für Menschen in Mietwoh­nun­gen. Aber sich darüber Gedan­ken zu machen, hilft, einen produk­ti­ven Rahmen abzuste­cken. Im Zweifel heißt das auch, Priori­tä­ten zu setzen und sich vor allem in kleinen Wohnräu­men für das eine oder andere je nach Fasson zu entschei­den.

Zeitplan aufstel­len

Wer im Homeof­fice arbei­tet, ist je nach Wohnsi­tua­tion ständig mit Ablen­kun­gen durch andere Menschen konfron­tiert, die oft überhaupt nichts mit der Arbeit zu tun haben – dazu zählen Partner, Kinder, Mitbe­woh­ner und Nachbarn. Anders als die Kolle­gin­nen und Kolle­gen haben sie oft nur ein gerin­ges Gespür dafür, ob und wie inten­siv in den heimi­schen vier Wänden gerade gearbei­tet wird. So kommt es vor, dass laute Musik oder die Frage danach, was denn am Wochen­ende einge­kauft werden sollte, ablen­ken. Aber auch Heimar­bei­te­rin­nen und Heimar­bei­ter selbst tappen in die Prokras­ti­na­ti­ons­falle und besei­ti­gen Unord­nung oder machen eben schnell noch die Wäsche, bevor es wieder ans Tagwerk geht. Um das zu vermei­den, ist es ratsam, sich für den Tag einen genauen Plan zurecht­zu­le­gen: Wann wird gearbei­tet? Wann ist Pause? Wann geht es in den Feier­abend? Dieser Zeitplan sollte auch mit der Familie geteilt werden. Diese klar definier­ten Zeiträume unter­stüt­zen die oder den Heimar­bei­ten­den dabei, dass der Fokus beibe­hal­ten wird und helfen der Familie, nicht unnötig zu stören.

Ziele klar definie­ren

Den zeitli­chen Rahmen zu planen, hilft dabei, die Aufga­ben nicht aus den Augen zu verlie­ren. Klar definierte Ziele machen deutlich, was Mitar­bei­te­rin­nen und Mitar­bei­ter unbedingt an einem Tag errei­chen wollen bezie­hungs­weise sollen. Dabei helfen verschie­dene Produk­ti­vi­täts­me­tho­den wie die Eisen­ho­wer-Matrix. Sie unter­stützt dabei, wichtige und dringende von unwich­ti­gen und weniger dring­li­chen Aufga­ben zu unter­schei­den. Die Matrix ist in vier Quadrate einge­teilt. Wie in einem Koordi­na­ten­sys­tem werden den vier Berei­chen über zwei Achsen Werte gegeben. Der linke Rand bestimmt die Wichtig­keit, der untere Rand die Dring­lich­keit. Dadurch ergeben sich vier indivi­du­elle Kombi­na­ti­ons­mög­lich­kei­ten, die als A‑, B‑, C- und D‑Aufgaben in vier Quadran­ten aufge­teilt sind. A bedeu­tet soviel wie „Sofort selbst erledi­gen“ (entspre­chend: wichtig und dringend), B steht für „Termi­nie­ren und selbst erledi­gen“ (entspre­chend: wichtig und nicht dringend), C steht für „An kompe­tente Mitar­bei­ter delegie­ren“ (entspre­chend: dringend und nicht wichtig) und D steht schließ­lich für „Nicht weiter bearbei­ten“ (entspre­chend: nicht dringend und nicht wichtig). Eine weitere Planungs­mög­lich­keit ist die „Eat the Frog“-Methode, die den Ansatz verfolgt, zu Beginn des Tages die Aufgabe zuerst zu erledi­gen, die als die unange­nehmste wahrge­nom­men wird. Also der To-do-Punkt, den wir am liebs­ten aufschie­ben würden. So wird keine Zeit mit neben­säch­li­chen Dingen verplem­pert. Das Pareto-Prinzip besagt wiederum, dass die Aufga­ben zuerst zu erledi­gen sind, die den größten Einfluss auf den Unter­neh­mens­er­folg haben. Bei den Zielen sollten Team-Mitglie­der darauf achten, sich nicht zu viel vorzu­neh­men, um den Zeitplan nicht zu spren­gen. Nicht nur Diszi­plin, sondern auch eine gute Planung ist wichtig, um im Homeof­fice produk­tiv zu sein.

Kleidung wie im Büro

Wer im Homeof­fice arbei­tet, neigt schnell dazu, im Schlaf­an­zug an den Schreib­tisch zu gehen. Andere ziehen sich wenigs­tens noch die Jogging­hose an. Das kann natür­lich jede Mitar­bei­te­rin und jeder Mitar­bei­ter halten, wie sie oder er es will. Aber: Kleidung übermit­telt auch ein Gefühl. Damit die Heimar­beit sich nicht wie Rumlüm­meln auf der Couch anfühlt, sollten Berufs­tä­tige sich morgens genauso anzie­hen als gingen sie ins Büro. Es muss nicht gleich Make-up oder ein frisch gebügel­tes Hemd sein, aber wirkt es sich bei den meisten Menschen stark auf die Produk­ti­vi­tät aus, wenn sie auch im Homeof­fice an gewis­sen Verhal­tens­wei­sen festhal­ten. Dazu zählt auch, sich morgens für die Arbeit fertig zu machen. Und auch, abends die Blusen, Hemden, Röcke und Hosen wieder auszu­zie­hen, damit der Feier­abend sich auch so anfühlt. Durch die entspre­chende Kleidung wird sowohl eine bessere Arbeits­mo­ti­va­tion als auch eine Entspan­nungs­at­mo­sphäre erzeugt, die nachhal­tig wirkt.

Störfak­to­ren elimi­nie­ren

Eine der größten Heraus­for­de­rung ist die Ablen­kung im Homeof­fice. Tools wie Rescue Time helfen, sich vor digita­len Zeitfres­sern zu schüt­zen. Soziale Medien wenigs­tens zeitweise zu blockie­ren, um endlo­ses Scrol­len im Newsfeed zu verhin­dern, hilft, produk­tiv zu bleiben. Auch Verhal­tens­re­geln mit der Familie zu bespre­chen, um nicht ständig aus der Aufgabe heraus­ge­ris­sen zu werden, ist ein wichti­ger Tipp. Doch einige Dinge lassen sich nur schwer selbst in den Griff bekom­men. Laute Musik des Nachbarn beispiels­weise. Auch der Geräusch­pe­gel des Famili­en­le­bens wird sich nicht komplett herun­ter­stel­len lassen. Um Umgebungs­ge­räu­sche auszu­sper­ren, lohnen sich oft kosten­güns­tige Ohrstöp­sel. Wer gut mit Musik arbei­ten kann, könnte sich auch Noise-Cancel­ling-Kopfhö­rer besor­gen. Sie bewir­ken, dass nur das gehört wird, was abgespielt wird – Außen­ge­räu­sche haben so kaum bis gar keine Chance, den Fokus zu rauben.

An- und Abwesen­hei­ten kommu­ni­zie­ren

Eine gute Kommu­ni­ka­tion ist im Homeof­fice beson­ders wichtig. Das heißt auch, sich morgens und abends bei den Kolle­gin­nen und Kolle­gen im Messen­ger an- und abzumel­den. Ein freund­li­ches „Guten Morgen“ oder „Moin“ und ein herzli­ches „Schönen Feier­abend“ sind nicht nur nett, sondern helfen dabei, dass alle in der Beleg­schaft wissen, ob ein Team-Mitglied gerade greif­bar bist. Gleiches gilt übrigens auch, sobald es in die Pause oder in einen Telefon­ter­min geht. Wer den Arbeits­platz verlässt, kann zudem in den meisten Messen­gern einen Status einrich­ten: „Zu Tisch”, „Im Termin“ oder „Im Feier­abend“ helfen zusätz­lich, allen Mitar­bei­te­rin­nen und Mitar­bei­tern zu signa­li­sie­ren, dass sie gerade nicht mit einer schnel­len Antwort rechnen können. Zudem lassen sich in vielen Messen­gern nützli­che Abwesen­heits­no­ti­zen einrich­ten: Verlässt jemand den Schreib­tisch und verän­dert den Status, könnte ein Autore­spon­der lauten: „Ich bin gerade nicht am Arbeits­platz, aber lese und beant­worte deine Mittei­lung, sobald ich zurück bin.“ Auch das sorgt für Klarheit. Bei Mitar­bei­te­rin­nen und Mitar­bei­tern, die in kriti­schen Situa­tio­nen schnell erreich­bar sein sollten, ist es außer­dem sinnvoll, die Telefon­num­mer in den Status des Büro-Chats einzu­tra­gen.

Regel­mä­ßige Pausen

Fast schon ein No-Brainer: Pausen sind wichtig. Regel­mä­ßige Pausen halten den Fokus und die Produk­ti­vi­tät hoch. Einzig: Im Homeof­fice tendie­ren Mitar­bei­te­rin­nen und Mitar­bei­ter dazu, weniger darauf zu achten. Niemand fragt nach einem gemein­sa­men Kaffee, einem Spazier­gang oder einer Mittags­pause. Es ist deshalb ratsam, sich beispiels­weise einen Timer zu stellen – am Rechner oder am Smart­phone. Gesund­heits- exper­ten raten dazu, die Arbeit alle 90 Minuten zu unter­bre­chen. Sie erklä­ren diesen Ansatz entlang des „Basic Rest Activity Cycles“ (BRAC), dem Menschen in der Nacht unter­lie­gen und der ebenfalls eine Gesamt­länge von 90 Minuten hat. Inner­halb dieser Zeit durch­läuft der Mensch mehrere Leicht- und Tief- schlaf­pha­sen. In diesen Phasen verar­bei­tet das Gehirn diverse Infor­ma­tio­nen des Alltags und erholt sich anschlie­ßend wieder. Der Zyklus wieder­holt sich mehrmals in der Nacht. Wie sich heraus­ge­stellt hat, lässt sich dieses Muster auch auf den Tag anwen­den.

Kapitel 5: Meeting-Situa­tio­nen effizi­ent bewäl­ti­gen – worauf es zu achten gilt

Grund­le­gen­des

Meetings sollten grund­sätz­lich entlang bestimm­ter Regeln geführt werden – das gilt im Homeof­fice genauso wie im Büro. Dennoch ist ein digital durch­ge­führ­tes Meeting, beispiels­weise in Form eines Video­chats, aufwen­di­ger. Zu den Regeln kommt nämlich die Technik – zumal eine digital statt­fin­dende Kommu­ni­ka­tion erhöh­tes Konflikt­po­ten­zial birgt. Es gibt eine Vielzahl an Video­call-Anbie­tern – zu den populärs­ten gehören Zoom, Skype und Facetime (siehe Kapitel 3). Bevor das Meeting aber statt­fin­det, ist es ratsam, zu überle­gen, ob das Treffen wirklich nötig ist. Dafür lohnt sich ein Gedan­ken­ex­per­ti­ment: Mitar­bei­te­rin­nen und Mitar­bei­ter sollten sich vorstel­len, dass es keine Option gibt, eine klassi­sche Bespre­chung einzu­be­ru­fen – als stünde dieser Kommu­ni­ka­ti­ons­ka­nal gar nicht zur Verfü­gung. Was würde statt­des­sen passie­ren? Wer müsste per E‑Mail kontak­tiert, wer angeru­fen werden, um an den benötig­ten Input zu gelan­gen oder eine gewünschte Entschei­dun­gen herbei­zu­füh­ren? So klärt sich, ob ein Meeting überhaupt der beste, also effek­tivste Kommu­ni­ka­ti­ons­ka­nal ist. Die Faust­re­gel: Erst wenn ein Vierau­gen­ge­spräch nicht ausreicht, sollten Kolle­gin­nen und Kolle­gen zusam­men­kom­men. Denn Meetings gelten allge­mein als Zeitfres­ser.

Tipps für effizi­en­tere Meetings

Meeting-Regeln helfen dabei, das Treffen effizi­ent und effek­tiv zugleich zu halten. Es haben sich diverse Punkte etabliert, die jede Kolle­gin und Kollege beach­ten sollte:

  1. Teilneh­mer­zahl begren­zen: Welches Team-Mitglied ist unabding­bar, damit das Meeting zum Erfolg wird? Diese Frage hat oberste Priori­tät, denn nur diese Menschen sollten auch einge­la­den werden. Faust­re­gel: Mehr als acht Teilneh­mer sollten es nicht sein. Unnötig aufge­blähte Treffen führen zu schlech­te­ren Ergeb­nis­sen. In Meetings mit mehr Teilneh­men­den entsteht schnell eine Vortrags-Atmosphäre, in der einer das Wort ergreift und nicht wieder abgibt. Ideen werden so nicht ausrei­chend bespro­chen und es entste­hen Konflikte. Anderer­seits können Themen aber auch totge­re­det werden und das Meeting frisst unnötig viel Zeit.
  2. Agenda vorbe­rei­ten und teilen: Damit jede Teilneh­me­rin und Teilneh­mer über den Ablauf des Meetings und die Themen Bescheid weiß, sollte vor dem Treffen eine Agenda aufge­setzt und beispiels­weise per E‑Mail verschickt werden. Die Team-Mitglie­der bekom­men so schon im Vorfeld die Möglich­keit, sich zu bestimm­ten Fragen zu infor­mie­ren oder wichtige Antwor­ten vorzu­be­rei­ten. Eine Agenda erhöht an- fangs zwar den Aufwand, ist während der Durch­füh­rung jedoch ein enormer Effizi­enz­boos­ter, der sich auszahlt. Im Ideal­fall enthält eine Meeting-Agenda nicht mehr als fünf Punkte. Niemand will zwei Stunden in einem Meeting verbrin­gen. Zudem wirken lange Agenden entmu­ti­gend und werden oft nicht durch­ge­le­sen. Die Faust­re­gel: Wer ein Meeting einbe­ruft, sollte auch in der Pflicht sein, die Agenda vorzu­be­rei­ten.
  3. Zeitblö­cke setzen: Damit ein Meeting nicht länger als notwen­dig dauert und Teilneh­me­rin­nen und Teilneh­mer nicht Gefahr laufen, Folge­ter­mine abzusa­gen oder aus dem Treffen zu verschwin­den, bevor ein Ergeb­nis zustande kam, sollten klare Zeitblö­cke definiert werden. Das kann so ausse­hen: In einem einstün­di­gen Meeting wird in den ersten zehn Minuten das Thema darge­legt. In den folgen­den 30 Minuten könnte eine Diskus­sion statt­fin­den. Danach werden zehn Minuten lang die Lösungs­an­sätze zusam­men­ge­tra­gen und in den darauf­fol­gen­den zehn Minuten die Aufga­ben verteilt. Diese klaren Blöcke helfen dabei, die Zeit effizi­ent und effek­tiv zu nutzen. Merke: Meetings sind kein Kaffee­kränz­chen.
  4. Proto­koll führen: In Meetings sollte ein Proto­koll geführt werden, das wichtige Beschlüsse – idealer­weise begrün­det – inklu­sive aller daraus resul­tie­ren­den Handlungs­an­wei­sun­gen festhält. So lassen sich Mitar­bei­te­rin­nen und Mitar­bei­ter, die es betrifft, im Nachgang leicht über die Ergeb­nisse infor­mie­ren. Zudem verhin­dert das Proto­koll Missver­ständ­nisse durch unter­schied­li­che Erinne­run­gen und jede Person weiß genau, was sie oder er zu tun hat. Jedoch gilt: Auch ein Proto­koll sollte – wie eine Agenda – nicht allzu ausufernd sein, da es sonst häufig nicht mehr gelesen wird. Stich­punkte sind besser als Fließ- texte, Namens­kür­zel besser als ausge­schrie­bene Namen. Außer­dem sollte im Proto­koll immer nachvoll­zieh­bar sein, wer was zu wem gesagt hat – zumin­dest, wenn es um inhalt­lich sehr Relevan­tes geht. Das wichtigste Element eines Proto­kolls ist nicht, was im Meeting gesagt wurde, sondern wer nach dem Meeting welche Aufga­ben hat.
  5. Video statt Telefo­nat: Noch anstren­gen­der als ein klassi­sches Meeting im Büro ist ein Telefon­call. Hier ist es wesent­lich schwie­ri­ger, alle Stimmen zuzuord­nen. Außer­dem werden Botschaf­ten, die über Körper­spra­che übermit­telt werden, nicht erkannt. Teilneh­me­rin­nen und Teilneh­mer sollten deshalb lieber per Video­chat kommu­ni­zie­ren. Fast jedes Notebook verfügt über eine integrierte Kamera und ein Mikro­fon. Wer an einem festste­hen­den PC arbei­tet, benötigt zusätz­lich eine externe Webcam und Kopfhö­rer mit einem Mikro­fon. Wer im Homeof­fice nur über ein leistungs­schwa­ches WLAN verfügt, ist manch­mal besser beraten, sich direkt per Ether­net-Kabel ins Inter­net einzu­log­gen. Die IT-Abtei­lung kann bei Bedarf sicher­lich eines bereit­stel­len.
  6. Netiquette einhal­ten: Es gibt Verhal­tens­wei­sen, die ein Gespräch unnötig schnell zum Konflikt auf- bauschen. Dazu zählt beispiels­weise, andere nicht ausre­den zu lassen. Das ist unhöf­lich und führt vor allem in digital durch­ge­führ­ten Meetings zu Verwir­rung, weil indivi­du­elle Einwürfe sich oft nicht leicht zuord­nen lassen. Auch sollten Meeting-Teilneh­me­rin­nen und ‑Teilneh­mer eine konkrete Frage stellen, wenn eine Position nicht verstan­den wurde: „Ich habe deine Position so verstan­den, dass … – liege ich damit richtig?“ wäre ein Beispiel. Des Weite­ren sind Beleh­run­gen oft nicht zielfüh­rend. Sie vermit­teln Arroganz und rufen so eher Abwehr­ver­hal­ten anstelle von gestei­ger­tem Inter­esse hervor. Empathie ist bei digita­ler Kommu­ni­ka­tion wichtig.

Kapitel 6: Uptodate bleiben – so geht Team-Kommu­ni­ka­tion im Homeof­fice

An- und abmel­den

Damit Kolle­gin­nen und Kolle­gen immer wissen, wer gerade erreich­bar ist, ist es wichtig, unter­neh­mens­weite An- und Abmel­de­pro­zesse festzu­le­gen. Dazu gehört, sich bei Arbeits­be­ginn anzumel­den – zum Beispiel mit einem einfa­chen Hallo im Team-Chat. Noch wichti­ger ist es aber, bei Abwesen­hei­ten und Pausen während der üblichen Arbeits­zei­ten Bescheid zu geben, am Besten mit Angabe der erwar­te­ten Rückkehr­zeit und gegebe­nen­falls persön­li­cher Benach­rich­ti­gung von Kolle­gin­nen und Kolle­gen, die auf Feedback warten.

Arbeit trans­pa­rent machen

Wenn die grund­sätz­li­chen Vorkeh­run­gen und Abspra­chen für das Arbei­ten aus dem Homeof­fice getrof­fen sind, können alle munter losle­gen. Doch eine wesent­li­che Kompo­nente aus dem Alltag spezi­ell in Großraum­bü­ros fehlt bei der Heimar­beit: die verbale Alltags­kom­mu­ni­ka­tion. Ob die kurze mündli­che Info an alle Sitznach­barn oder der Plausch an der Kaffee­ma­schine – viele kleine Infos werden im norma­len Büroall­tag in kleinen, unorga­ni­sier­ten Gesprä­chen weiter­ge­ge­ben. Das betrifft häufig auch Infor­ma­tio­nen zu Aufga­ben und Projek­ten.
Um dieses Kommu­ni­ka­ti­ons­va­kuum zu füllen, ist es spätes­tens für den Betrieb im Homeof­fice notwen­dig, Tools und Workflows zu etablie­ren, die die Arbeits­fort­schritte von Mitar­bei­tern und Teams digital sicht­bar machen. In Projekt­ma­nage­ment-Tools wie Asana, Trello und Hive (siehe Kapitel 3) sollten Aufga­ben erfasst, im Umfang einge­schätzt, priori­siert und zugeord­net werden. Einfa­che Infor­ma­tio­nen und kurze Abstim­mun­gen in Teams lassen sich in digita­len Gruppen­chats wie etwa in Slack-Channels wunder­bar regeln (siehe Kapitel 3).

Die richtige Kommu­ni­ka­ti­ons-Balance finden

Die Balance zwischen synchro­ner und asynchro­ner Kommu­ni­ka­tion ist essen­zi­ell für eine gute Zusam­men­ar­beit aller Mitar­bei­ter. Nicht alles muss schließ­lich sofort und in einem direk­ten Gespräch entschie­den werden. Für die Kommu­ni­ka­tion im Homeof­fice ist es deshalb notwen­dig, möglichst konkrete Regeln dafür aufzu­stel­len, welche Infor­ma­tio­nen auf welchem Kanal geteilt werden sollen. Als grobe Entschei­dungs­hilfe dafür können folgende Faust­re­geln genutzt werden:

  1. Etwas ist dringend und komplex? Dann ist direkte, synchrone Kommu­ni­ka­tion notwen­dig – ob per Telefo­nat oder Video­call. Wichtig ist dabei, die resul­tie­ren­den Arbeits­er­geb­nisse und Abspra­chen in einem Proto­koll festzu­hal­ten und zum Beispiel im Projekt­ma­nage­ment-Tool zu hinter­le­gen, damit alle auf dem Laufen­den sind.
  2. Etwas ist dringend, aber nicht komplex? Dann tut es gegebe­nen­falls auch ein kurzer Austausch per Chat. Falls daraus Konse­quen­zen entste­hen, die für andere Mitar­bei­ter wichtig sind, ist auch hier ein Proto­koll bezie­hungs­weise ein Vermerk in den Projektvorgängen/Tasks erfor­der­lich. Wenn es wirklich schnell gehen muss, ist auch der Griff zum Telefon okay.
  3. Etwas ist nicht so dringend, aber komplex? Dann kann die Kommu­ni­ka­tion in einem asynchro­nen Kommu­ni­ka­ti­ons­me­dium erfol­gen – zum Beispiel dem Kommen­tar­be­reich eines Projekt­ma­nage­ment-Tools oder einem Google-Doc.

Sensi­ble Infor­ma­tio­nen

Beson­ders beim Austausch von mögli­cher­weise sensi­blen Infor­ma­tio­nen ist es wichtig, dass alle Mitar- beite­rin­nen und Mitar­bei­ter immer genau überprü­fen, wer in welchen Kanälen invol­viert ist und mitle­sen kann. Außer­dem sollten die genutz­ten Kommu­ni­ka­ti­ons­tools gegebe­nen­falls mit den Daten­schutz­be­auf­trag­ten des Unter­neh­mens abgespro­chen und entspre­chend einge­rich­tet werden.

Kommu­ni­ka­ti­ons- und Feedback­kul­tur

Wie auch bei der direk­ten Kommu­ni­ka­tion im Office sollten alle Mitar­bei­te­rin­nen und Mitar­bei­ter darauf achten, dass die Kommu­ni­ka­tion auch im Homeof­fice immer wertschät­zend, konstruk­tiv und respekt­voll bleibt. Beson­ders bei kriti­schem oder sensi­blem Feedback sollte zunächst das direkte Gespräch mit der betref­fen­den Person gesucht werden. Bei zu harscher „öffent­li­cher“ Kritik in Gruppen­chats oder ähnli­chen Kanälen ist es nicht unwahr­schein­lich, dass die Sachebene aus dem Blick­feld gerät.

Gerade bei geschrie­be­nen Nachrich­ten können aufgrund des höheren Inter­pre­ta­ti­ons­spiel­raums häufi­ger Missver­ständ­nisse aufkom­men. Sollten sie sich abzeich­nen, ist es ratsam, ein kurzes Telefo­nat oder noch besser einen Video­call zu führen. Von Angesicht zu Angesicht können sich viele vermeint­li­che Konflikte schnell in Luft auflö­sen.

Kommu­ni­ka­tion an das gesamte Team

Falls es wesent­li­che Infor­ma­tio­nen gibt, die alle Mitar­bei­ter betref­fen – zum Beispiel die Bekannt­gabe von wichti­gen Termi­nen, Maßnah­men oder strate­gi­schen Entschei­dun­gen, aber auch Bestands­auf­nah­men zu großen Projek­ten –, ist ein Unter­neh­mens-Memo das richtige Kommu­ni­ka­ti­ons­mit­tel. Es kann per E‑Mail an alle Mitar­bei­ter versandt werden. Damit alle Kolle­gin­nen und Kolle­gen sich auch im Homeof­fice gut über die Entwick­lun­gen im Unter­neh­men abgeholt und infor­miert fühlen, ist es ratsam, dieses Mailing regel­mä­ßig zu etablie­ren.

Konkrete Ansprech­part­ner festle­gen, Telefon­durch­wah­len umlei­ten

Für alle grund­sätz­li­chen Anlie­gen wie Krank­mel­dun­gen, Technik-Fragen oder auch Feedback und Anregun­gen zu Tools und Workflows sollten konkrete Ansprech­part­ner benannt werden. Falls der Daten­schutz im Unter­neh­men das zulässt, sollten diese Ansprech­part­ner für dringende/kritische Anlie­gen möglichst auch ihre Handy­num­mern bereit­stel­len. Ansons­ten ist eventu­ell eine Weiter­lei­tung der unter­neh­mens­in­ter­nen Telefon­durch­wah­len auf die jewei­li­gen Mobil­num­mern möglich. Im Bestfall wird eine komplette Kontakt­liste bereit­ge­stellt, die nach Möglich­keit auch die Handy­num­mern aller Kolle­gin­nen und Kolle­gen enthält – mit vorhe­ri­ger Zustim­mung aller natür­lich.

Kapitel 7: Tipps zur ausrei­chen­den Bewegung im Homeof­fice

Das Homeof­fice hat in der Corona-Pande­mie den großen Vorteil, das Infek­ti­ons­ri­siko zu minimie­ren und somit den Anstieg der Kurve der Neuin­fi­zier­ten zu bremsen. Für die Berufs­tä­ti­gen, die zu Hause arbei­ten, bedeu­tet das aber auch, dass sie sich im Zweifel noch weniger bewegen als sowieso schon: Der Arbeits­weg mit dem Rad fällt beispiels­weise weg, der Fitness­stu­dio-Besuch auf dem Heimweg ebenfalls. Welche negati­ven Folgen dieser Bewegungs­man­gel über kurz oder lang haben kann, weiß Maria Schumann. Sie ist Gesund­heits­wis­sen­schaft­le­rin und berät Privat­per­so­nen und Unter­neh­men zum gesun­den Umgang mit Ernäh­rung, Bewegung, Stress und Schlaf. „An dem Sprich­wort ‚Wer rastet, der rostet‘ ist absolut etwas dran“, verrät die Berli­ne­rin im Gespräch. „Unser Körper lebt von der Bewegung: Wenn wir uns bewegen, läuft alles rund. Es ist ein System, das sich selbst repariert und nur kaputt geht, wenn wir es nicht benut­zen.“

Der verstärkte Bewegungs­man­gel – etwa infolge des langen Sitzens – beein­flusst die Muskel­ak­ti­vi­tät, belas­tet die Bandschei­ben, beein­träch­tigt den Blutkreis­lauf und die Sauer­stoff­ver­sor­gung aller Organe. Es werden weniger Kalorien verbrannt, der Körper wird schnel­ler müde und es fällt schwe­rer, sich gut zu konzen­trie­ren. „Nicht nur unsere Arbeits­leis­tung sinkt“, erklärt Schumann. „Langfris­tig kann Bewegungs- mangel zur Entste­hung verschie­dens­ter Erkran­kun­gen wie Überge­wicht, Rücken­schmer­zen, Herz-Kreis­lauf-Erkran­kun­gen sowie Krebs­er­kran­kun­gen führen.“ Neben einem ergono­mi­schen Arbeits­platz sei es deshalb wichtig, möglichst viel Bewegung in den Arbeits­all­tag im Homeof­fice zu integrie­ren. Das beginne schon beim Sitzen und reiche bis zu kleine­ren Übungen während der Pausen. Maria Schumann kennt die Tipps.

„Grund­sätz­lich gilt: Die optimale Sitzhal­tung gibt es nicht“, so die Exper­tin. Die beste Sitzhal­tung sei deshalb immer die nächste. Sie empfiehlt das sogenannte dynami­sche Sitzen. Im Gegen­satz zum stati­schen Sitzen wird dabei der Rücken möglichst viel bewegt und zwischen der vorde­ren, der aufrech­ten und der hinte­ren Sitzhal­tung gewech­selt. „Um vor allem Rücken­schmer­zen präven­tiv zu begeg­nen, können wir schon bei unserem Sitzver­hal­ten mit diesem Wissen anset­zen“, erklärt sie weiter. Außer­dem empfiehlt sie, zwischen­durch Übungen am Schreib­tisch einzu­pla­nen. Angefan­gen beim Kopfkrei­sen über das Schulter‑, Arm- und Hände­krei­sen bis zum sogenann­ten Brust­öff­ner, das Zusam­men­fal­ten der Hände hinter dem Rücken und das seitli­che Beugen nach rechts und links. Außer­dem können Sitzende hin und wieder die Wirbel­säule drehen oder das Becken von vorn nach hinten kippen.

Im Homeof­fice gilt, den Folgen des langen Sitzens durch neue Bewegungs­rou­ti­nen präven­tiv zu begeg­nen. „Aus meiner Sicht gibt es hier im Homeof­fice zahlrei­che Chancen: Der Arbeits­weg fällt weg, sodass wir die gewon­nene Zeit nutzen könnten, um ein kleines Morning-Workout durch­zu­füh­ren“, sagt Schumann. Wem es hier an Ideen mangelt, kann auf zahlrei­che Online-Programme oder auch Smart­phone-Apps zurück­grei­fen. Grund­sätz­lich empfiehlt sie auch einfa­che Übungen mit dem eigenen Körper­ge­wicht. „So gibt es keine Ausre­den, warum es mit dem Workout nicht klappt“, sagt Maria Schumann. „Mehr als unseren eigenen Körper brauchen wir bei diesen Übungen nicht.“

Die Gesund­heits­wis­sen­schaft­le­rin verweist auf zahlrei­che Übungen, mit denen Mitar­bei­te­rin­nen und Mitar­bei­ter nicht nur die Muskel­kraft, sondern auch die Ausdauer, Koordi­na­tion und Beweg­lich­keit fördern können. Ganz wichtig sei es, sich vor dem Ausfüh­ren der Übungen immer kurz aufzu­wär­men, um Verlet­zun­gen vorzu­beu­gen. Der Unter­arm­stütz, auch Plank genannt, wirkt auf den ganzen Körper. Außer­dem helfen Liege­stütze und Kniebeu­gen dabei, die Muskel­kraft zu trainie­ren. Der seitli­che Ausfall­schritt oder die Vorbeuge unter­stüt­zen zudem die Beweg­lich­keit. Hampel­män­ner fördern die Ausdauer. Der Einbein­stand oder gegen­läu­fi­ges Armkrei­sen hinge­gen die Koordi­na­tion. Ein Mischung aus allem bietet ein Werkzeug, das wir noch aus Kinder­ta­gen kennen: „Das Spring­seil ist das perfekte Sport­ge­rät für etwas Bewegung zwischen­durch“, weiß Maria Schumann. „Und: Es macht Spaß!“

Kapitel 8: Kita und Schule zu Hause – Tools und Links zum Lernen und Spielen

Tools und Links für den digita­len Heimun­ter­richt

Kinder­ta­ges­stät­ten und Schulen sind derzeit (Stand: März 2020) deutsch­land­weit geschlos­sen. Natür­lich bekom­men Schüle­rin­nen und Schüler die ein oder andere Hausauf­gabe – aber norma­ler Unter­richt findet bis auf Weite­res nicht statt. In den vergan­ge­nen Jahren wurden zahlrei­che E‑Lear­ning-Apps und ‑Portale entwi­ckelt, die Eltern unter­stüt­zend hinzu­zie­hen können – entwe­der um den Nachwuchs bei Laune zu halten oder selbst dafür zu sorgen, dass die tägli­che Bildung über die spora­disch aufge­tra­ge­nen Hausauf­ga­ben hinaus geht. So gibt es fächer­über­grei­fende Lernpor­tale wie Sofatu­tor, die Schüle­rin­nen und Schüler von Nachhil­fe­leh­rern mit Übungen und Tests versorgt werden. Schul­mi­na­tor wurde von der Deutschen Gesell­schaft für Verbrau­cher­stu­dien als beste kosten­lose Lernplatt­form in Deutsch­land ausge­zeich­net und bietet umfang­rei­ches Lernma­te­rial zur kosten­freien Nutzung. Scoyo bietet Lernvi­deos und Übungen für die erste bis zur siebten Klasse. Anton hält Unter­richts­ma­te­rial für Deutsch, Mathe, Sachkunde, Biolo­gie und Musik für die erste bis zehnte Klasse parat. Und auch Lehrer­markt­platz hat Unter­richts­ma­te­ria­lien für alle Fächer und alle Bundes­län­der im Sorti­ment.

Doch es muss nicht nur gepaukt werden. Es gibt auch tolle Kreativ­an­ge­bote: Mit Stop Motion Studio lassen sich digitale Daumen­ki­nos und Filme erstel­len. Puppet Pals bietet ein digita­les Kasper­le­thea­ter, mit dem Kinder eigene kreative Geschich­ten erdenken und konzi­pie­ren können. Die Digital­werk­statt Box ermög­licht digita­les Basteln und hilft dabei, Program­mie­ren zu lernen. Und dann sind da auch noch Kunst Studio – zum Erstel­len eigenen digita­ler Kunst­werke – und Audio Studio – zum Erstel­len eigener Podcasts, Hörbü­cher und Sounds. Die Palette an digita­len Tools, Apps und Links ist riesig und bietet zumin­dest eine kleine Alter­na­tive zur ausfal­len­den Kinder­ta­ges­be­treu­ung und dem ausblei­ben­den Schul­all­tag. Zu guter Letzt noch eine Buchemp­feh­lung: Die Autorin­nen Béa Beste und Stepha­nie Jansen haben gerade ein Buch mit dem Titel „Gemein­sam schlau statt einsam büffeln: So lernen Kinder und Eltern zusam­men“ heraus­ge­bracht. Ein Ratge­ber, der Eltern dabei unter­stützt, den Töchtern und Söhnen spiele­risch das Lernen zu vermit­teln – ganz ohne dem Nachwuchs zu viel abzuver­lan­gen.

Tipps für Erwach­sene

Natür­lich können auch Erwach­sene von den vielen Bildungs­an­ge­bo­ten im Web profi­tie­ren. Ob für das Hobby oder den Job: Bei Lernplatt­for­men wie Udacity oder Udemy gibt es eine riesige Anzahl von Kursen zu einer Vielzahl von Themen – von Design und Entwick­lung über Marke­ting und Projekt­ma­nage­ment bis hin zu Angebo­ten für die Persön­lich­keits­ent­wick­lung.

Unter­hal­tung für die Kleinen und Großen

Wer viel lernt, soll sich auch erholen. In den eigenen vier Wänden kann das bedeu­ten, etwas Bildungs­fern­se­hen zu schauen oder sich einen schönen TV-Abend zu machen. Die Öffent­lich-Recht­li­chen machen für diesen Zweck tolle Angebote: Der SWR sendet ab dem 17. März täglich den „Tiger­en­ten Club Spezial“ und das WDR-Fernse­hen ab dem 18. März bis auf Weite­res täglich „Die Sendung mit der Maus“. Letztere Inhalte sind auch online auf SWRKindernetz.de und im Youtube-Kanal SWR Kinder­netz Plus abruf­bar – inklu­sive extra Videos gegen die Lange­weile mit Bastel­tipps, Rätsel­spaß und kindge­rech­ten Nachrich­ten zur aktuel­len Situa­tion. Wer sich zusätz­lich noch mit Unter­hal­tungs­in­hal­ten die Zeit vertrei­ben will, kann ab dem 24. März das neue Strea­ming-Portal Disney Plus auspro­bie­ren. Hier bekom­men die Zuschauer – ob klein oder groß – aktuelle und zeitlose Disney­Pro­duk­tio­nen, wie „Der König der Löwen“, „Die Eiskö­ni­gin“ oder „Das Dschun­gel­buch“ zu sehen. Aber auch sämtli­che Star-Wars-Inhalte sind enthal­ten.

Kapitel 9: Maßnah­men für Hygiene und Viren­schutz

Die wichtigs­ten 5 Hygie­ne­re­geln im Homeof­fice

Ein wesent­li­cher Wegbe­rei­ter für die Corona-Pande­mie ist eine simple Tatsa­che: Viren sind für uns Menschen eine eher abstrakte Bedro­hung, die wir im Alltag nicht sehen oder riechen können. So weit, so selbst­er­klä­rend. Trotz­dem ist es wichtig, sich diesen Umstand immer wieder bewusst zu machen – beson­ders, weil im Fall einer Covid-19-Erkran­kung die Inkuba­ti­ons­zeit bis zu 14 Tage betra­gen kann und manche Träger von Sars-CoV-2-Viren trotz Infek­tion wenige oder sogar überhaupt keine Krank­heits­sym­ptome zeigen. Umso wichti­ger ist die Einhal­tung von grund­sätz­li­chen Hygie­ne­re­geln, um die Ausbrei­tung des Virus zu verlang­sa­men. Die folgen­den Hinweise sollten daher auch im Homeof­fice unbedingt beher­zigt werden:

Hanedewaschen-Coronavirus-Homeoffice-Guide

  1. Regel­mä­ßig die Hände waschen: Beson­ders nach Aufent­hal­ten außer­halb der eigenen Wohnung, nach dem Kontakt mit anderen Menschen, aber auch vor der Zuberei­tung von Speisen, nach dem Naseput­zen, Niesen oder dem Gang auf die Toilette: Regel­mä­ßi­ges Hände­wa­schen ist Pflicht. „Kurz mal unters Wasser halten“ ist dabei nicht genug: Die Hände sollten 20 bis 30 Sekun­den unter fließen­dem Wasser mit Seife von allen Seiten gerei­nigt, abgespült und anschlie­ßend sorgfäl­tig mit einem saube­ren Tuch abgetrock­net werden.
  2. Nicht ins Gesicht fassen: Bei aller Vorsicht in der Handhy­giene ist es wichtig, auch weitere Schutz­maß­nah­men zu ergrei­fen: Beson­ders die Schleim­häute in Mund, Nase und Augen sind sehr anfäl­lig für Infek­tio­nen. Daher sollte man sich nicht mit den Händen ins Gesicht fassen.
  3. In die Armbeuge husten und niesen, Papier­ta­schen­tü­cher benut­zen: Viele Menschen halten sich bei Husten- und Niesan­fäl­len reflex­ar­tig die Hand vor den Mund. Leider ist diese Maßnahme unzurei­chend, weil Infizierte im Nachgang mit ihren Händen mögli­cher­weise Krank­heits­er­re­ger direkt an Mitmen­schen weiter­ge­ben oder auf Oberflä­chen hinter­las­sen. Eine bessere Alter­na­tive ist das Husten und Niesen in die Armbeuge. Dabei sollte immer der größt­mög­li­che Abstand zu anderen Perso­nen gesucht werden. Beim Naseput­zen sind Papier­ta­schen­tü­cher die beste Wahl. Sie sollten nur einmal benutzt und danach entsorgt werden.
  4. Kontakte minimie­ren, Schutz­ab­stand einhal­ten: Die Arbeit im Homeof­fice erspart viele vermeid­bare Kontakte – nicht nur im Büro, sondern zum Beispiel auch auf dem Arbeits­weg. Um die Effek­ti­vi­tät dieser Maßnahme aber richtig zu nutzen, ist es wichtig, auch im priva­ten Bereich die direkte Begeg­nung mit anderen Menschen so stark wie möglich einzu­schrän­ken, solange Exper­ten das für nötig halten. Das betrifft beson­ders Zusam­men­künfte in Gruppen, auf die möglichst komplett verzich­tet werden sollte. In jedem Fall sollte grund­sätz­lich zu anderen Menschen ein Abstand von mindes­tens ein bis zwei Metern gesucht werden. Hände­schüt­teln oder ähnli­ches ist derzeit tabu.
  5. Krank? Nicht arbei­ten, zu Hause bleiben, ärztli­chen Rat einho­len: Grund­sätz­lich gilt: Wer sich krank fühlt, sollte zu Hause bleiben, dabei aber nicht arbei­ten. Außer­dem sollte in jedem Fall eine Ärztin oder ein Arzt telefo­nisch konsul­tiert werden. Um während der Pande­mie unnötige Praxis­be­su­che zu vermei­den, dürfen Ärztin­nen und Ärzte ihre Patien­tin­nen und Patien­ten bis auf Weite­res auch ohne persön­li­chen Kontakt für bis zu sieben Tage für arbeits­un­fä­hig erklä­ren. Falls die Symptome auf eine mögli­che Covid-19-Erkran­kung hindeu­ten (häufig Husten, Fieber, Halsschmer­zen oder Kurzat­mig­keit, selte­ner auch Schnup­fen, Durch­fall und Muskel- und Gelenk­schmer­zen), sind die Hinweise des Bundes­ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­ums einzu­hal­ten.

Tipp

Viele Liefer­dienste bieten mittler­weile eine kontakt­lose Liefe­rung bei Online­zah­lung an und stellen die Ware einfach vor die Tür. Und das Feier­abend-Bierchen mit Kolle­gin­nen und Kolle­gen oder Freun­den kann in einer Video­kon­fe­renz noch einmal einen ganz eigenen Charme bekom­men.

Hinweis:

Diese Hygie­ne­re­geln basie­ren zum Großteil auf den Infor­ma­ti­ons­ma­te­ria­lien der Bundes­zen­trale für gesund­heit­li­che Aufklä­rung. Weitere Infor­ma­tio­nen zu Hygie­ne­maß­nah­men im Alltag unter infektionsschutz.de.

Wohnbe­reich sauber halten, regel­mä­ßig lüften

Wer im Homeof­fice arbei­tet, sollte unbedingt darauf achten, den Wohn- und Arbeits­be­reich sauber zu halten. Gründ­li­cher Hausputz mit gängi­gen Reini­gungs­mit­teln ist eine wichtige Grund­lage, um Keimen in der eigenen Umgebung entge­gen­zu­wir­ken. Beson­ders der Küchen- und Badbe­reich sollte stets sauber gehal­ten werden. Wichtig dabei: (Hand-)Tücher und Lappen sollten möglichst regel­mä­ßig bei hoher Tempe­ra­tur gewaschen werden.

Sars-CoV-2-Viren könnten nach der aktuel­len Einschät­zung des Robert-Koch-Insti­tuts auf Oberflä­chen wie zum Beispiel Türklin­ken und Fenstergrif­fen bis zu sechs Tage überle­ben. Hier ist es sinnvoll, gegebe­nen­falls auch mehrmals täglich mit Putz- oder Desin­fek­ti­ons­mit­teln einzu­wir­ken. Um die Zahl der feinen, erreger­hal­ti­gen Tröpf­chen in der Luft möglichst gering zu halten, ist es wichtig, die eigenen vier Wände regel­mä­ßig zu lüften – am besten mehrmals täglich mit fünfmi­nü­ti­gen Stoßlüf­tun­gen.

Arbeits­ge­räte regel­mä­ßig reini­gen

Auch das digitale Arbei­ten ist mit Hygie­ne­maß­nah­men verbun­den: Arbeits­ge­räte wie Notebooks, Tablets und Smart­pho­nes können durch den ständi­gen Kontakt mit den Händen zum Tummel­platz für Krank­heits­er­re­ger werden. Hier ist mindes­tens die tägli­che Reini­gung mit Putz- oder Desin­fek­ti­ons­mit­teln angesagt. Um die Geräte dabei nicht zu beschä­di­gen, sollte darauf geach­tet werden, beson­ders bei anfäl­li­gen Bautei­len wie beispiels­weise Tasta­tu­ren behut­sam vorzu­ge­hen. Faust­re­gel: so viel Flüssig­keit wie nötig, so wenig wie möglich. Feuchte Tücher sind okay, triefende Lappen nicht. Und auch hier gilt, dass die Reini­gungs­tex­ti­lien möglichst häufig gewaschen werden sollten.

Gesund leben, fit halten

Für die körper­li­che und geistige Gesund­heit ist es im Homeof­fice beson­ders wichtig, auf eine ausge­wo­gene und gesunde Ernäh­rung zu achten und bei aller räumli­chen Begren­zung für ausrei­chend Bewegung zu sorgen. Obst und Gemüse sollten regel­mä­ßig auf dem Speise­plan stehen und der Körper mit ausrei­chend Flüssig­keit versorgt werden. Eine – zur Sicher­heit gut verschlos­sene – Wasser­fla­sche auf dem Schreib­tisch ist ideal, um sich selbst daran zu erinnern, ausrei­chend zu trinken. Auch in den eigenen vier Wänden muss übrigens niemand auf Sport verzich­ten. Ob Yoga-Session, eine Runde Zumba mit der Wii oder Körper­ge­wichts­trai­ning ohne Geräte mit Apps wie Freeletics, Seven oder Down Dog: Die Möglich­kei­ten sind vielfäl­tig und helfen dabei, trotz des Aufent­halts in den eigenen vier Wänden nicht zur Couch-Potato zu werden. Neben den positi­ven körper­li­chen Effek­ten profi­tiert davon auch die mentale Gesund­heit. (Siehe auch Kapitel 7.)

Wichtig: Sport sollte selbst­ver­ständ­lich nur gesund betrie­ben werden. Wer krank oder gerade erst symptom­frei ist, sollte sich in jedem Fall schonen – ansons­ten sind Folge­er­kran­kun­gen bis hin zu Herz- Kreis­lauf-Schäden möglich. Chronisch Kranke sollten sport­li­che Aktivi­tä­ten mit ihrem Arzt oder ihrer Ärztin abspre­chen.

Regel­mä­ßig infor­mie­ren, Gesund­heits­hin­weise befol­gen

Beson­ders bei der Corona-Pande­mie ist es unerläss­lich, dass alle Betei­lig­ten sich selbst­stän­dig und regel­mä­ßig über die aktuel­len Entwick­lun­gen infor­mie­ren und den Empfeh­lun­gen der Exper­tin­nen und Exper­ten folgen. Neben Medien wie den öffent­lich-recht­li­chen Rundfunk­ka­nä­len und den großen Nachrich­ten­por­ta­len im Inter­net sind dabei vor allem auch die Corona­vi­rus-Infoseite des Robert-Koch-Insti­tuts und die Seiten des Bundes­ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­ums seriöse Anlauf­stel­len, die immer aktuelle Infor­ma­tio­nen, Einschät­zun­gen und Handlungs­emp­feh­lun­gen bereit­stel­len. Unbestä­tigte Gerüchte, die via Whats­app oder auf anderen Kanälen geteilt werden, sollten dagegen besser nicht weiter­ver­brei­tet werden, sofern sie nicht durch eine seriöse Quelle belegt werden.

Mitmen­schen sensi­bi­li­sie­ren, Risiko­grup­pen schüt­zen

Wichtig ist es auch, sowohl das beruf­li­che als auch das private Umfeld zu sensi­bi­li­sie­ren und auf Infor­ma­ti­ons­an­ge­bote hinzu­wei­sen. Beson­ders ältere Menschen und Perso­nen mit Vorer­kran­kun­gen sind darauf angewie­sen, dass sie gut infor­miert und von der Gesell­schaft geschützt werden.
Es ist daher ratsam, auch mit den eigenen Verwand­ten das telefo­ni­sche Gespräch zu suchen und von direk­ten Besuchen bei Menschen aus Risiko­grup­pen – so gut wie möglich – abzuse­hen. Dazu gehört auch, Kinder vorerst nicht mehr bei ihnen in die Betreu­ung zu geben.