Onpage-Optimie­rung will gelernt sein. Die Studie von SEMrush zeigt, wo die meist verbrei­te­ten Probleme bei der Onpage-Optimie­rung liegen.

Studie: Die häufigs­ten Onpage SEO-Fehler

Klassi­sche Optimie­rung für Suchma­schine hat zwei Stand­beine: Onsite- (oder auch Onpage) und Offsite-Optimie­rung (auch Offpage-Optimie­rung genannt). Während du letzte­res ledig­lich indirekt beein­flus­sen kannst, bist du durch­aus in der Lage, Onpage-Optimie­rung komplett selbst in die Hand zu nehmen. Aller­dings bedeu­tet das auch, dass hier oftmals Fehler gemacht werden. SEMrush hat über 100.000 Domains und damit insge­samt 450 Millio­nen Seiten unter die Lupe genom­men, um heraus­zu­fin­den, welche Berei­che den Webmas­tern am meisten Schwie­rig­kei­ten berei­ten. Aus den Ergeb­nis­sen hat das Team eine Infogra­fik erstellt.

Das größte Problem mit etwa 50 Prozent bei der Onsite-Optimie­rung stellt Dupli­cate Content dar. Die Hälfte aller unter­such­ten Websites kopiert zumin­dest teilweise eigene oder fremde Inhalte. Fast genauso viele Seiten­be­trei­ber (45 Prozent) können nicht mit Tags umgehen und setzen fehler­hafte bezie­hungs­weise leere ALT-Attri­bute. Bei jeder zehnten Website fehlt das entspre­chende Bild vollkom­men. Die Schwie­rig­kei­ten mit Tags spiegeln sich auch in dem dritt- sowie fünft­häu­figs­ten Punkt wider: Über ein Drittel (35 Prozent) setzen doppelte Title-Tags und kaum weniger (30 Prozent) doppelte Meta-Descrip­ti­ons. Dazwi­schen auf Platz vier landen tote Links mit 35 Prozent.

11-SEO-OnPage-Fehler

Lösungs­tipps zu den Fehlern

1. Dupli­cate Content

1:11 seo onpage fehler - dublicate content

Google definiert Dupli­cate Content als “umfang­rei­che Content­blö­cke, die anderem Content auf dersel­ben oder einer anderen Domain entspre­chen oder auffäl­lig ähneln”. Laut der SEMrush Studie haben 50% der Websei­ten Dupli­cate Content. Somit tritt dieses Problem beson­ders häufig auf und befin­det sich auf Platz 1.

In der aktuel­len Google Q&A session wurde darauf hinge­wie­sen, dass es keine Dupli­cate Content — Penalty gibt. Beim Dupli­cate Content kann der Webmas­ter nicht mehr entschei­den, welche Seite ranken sollte und welche nicht, welche eine Landing­page ist und welche für die Besucher erstellt wurde.  Außer­dem ziehen die Suchma­schi­nen die Seiten vor, die einen einzig­ar­ti­gen Content anbie­ten.

Kurze Tippsund Lösungs­an­sätze:

  • Gleiche Seiten zusam­men­fü­gen oder Dupli­kate löschen;
  • „rel=canonical“ Tag nutzen, wenn keine techni­schen Eingriffe möglich sind;
  • 301 Redirect nutzen;
  • „noindex“ Metatags;
  • Disal­low in robots.txt;
  • Google Search Console (Parame­ter­ein­stel­lung).

Wichtig: Die Punkte sollte man nicht mitein­an­der kombi­nie­ren.

Weitere Tipps:

  • Die korrekte Schreib­weise der Links ist wohl die häufigste Fehler­quelle. Wenn man in der Search Console die Haupt­do­main ohne „www“ ausge­wählt hat, so muss auch bei der inter­nen Verlin­kung die Adresse ohne “www” angege­ben werden. Noch besser, man verwen­det die relati­ven Pfade.
  • Man sollte keine Texte von anderen (Zitate ausge­nom­men) kopie­ren. Die Inhalte müssen einzig­ar­tig und kein Plagiat sein.

Kurze Tippsund Lösungs­an­sätze:

  • Gleiche Seiten zusam­men­fü­gen oder Dupli­kate löschen;
  • „rel=canonical“ Tag nutzen, wenn keine techni­schen Eingriffe möglich sind;
  • 301 Redirect nutzen;
  • „noindex“ Metatags;
  • Disal­low in robots.txt;
  • Google Search Console (Parame­ter­ein­stel­lung).

2. Fehlende Alt Tags oder nicht vorhan­dene Bilder

2:11 seo onpage fehler - alt-attribute bilder

Bilder sind ein wichti­ger Teil des Content Marke­tings. Sie sind auch ein Bestand­teil der SEO-Strate­gie.

45% aller Seiten haben keinen oder einen leeren Alt Tag. Bei 10% der Seiten sind die Bilder nicht vorhan­den.

Alt Tags werden dazu benutzt, eine alter­na­tive Beschrei­bung des Bildes anzuzei­gen, falls dieses nicht geladen werden konnte. Alt Tags beein­flus­sen die Bilder­su­che, wo sie nur einer unter den vielen Ranking­fak­to­ren sind. Das ist der Grund, warum man die Keywords in die Alt Tags einbauen sollte.  Außer­dem können sich die nicht vorhan­de­nen Bilder im Falle eines Online-Shops negativ auf die Conver­si­ons­rate auswir­ken.

Kurze Tipps und Lösungs­an­sätze:

  • Alt Tags automa­tisch generie­ren oder manuell schrei­ben lassen;
  • Ständig nach fehlen­den Bildern scannen (wichtig bei Online-Shops);
  • Je nach CMS Plugins, Addons etc. nutzen.

3. Title Tag

3:11 seo onpage fehler - title tag

Der Title Tag liefert Suchma­schi­nen die Infor­ma­tio­nen über das Thema der Seite. Google nutzt ihn aktiv um die Relevanz der Seite zur Suchan­frage festzu­stel­len. In der Praxis wird der Inhalt des Tags sehr oft als Überschrift in den Suchergeb­nis­sen anzeigt. An dieser Stelle sollte man die Gewich­tung des Title Tags im Algorith­mus weder über- noch unter­schät­zen oder den Title Tag nur mit Keywords füllen.

Die Ergeb­nisse der Studie zeigen die 4 häufigs­ten Fehler im Title Tag:

  • 35% der Sites hatten doppelte Title-Tags;
  • 15% zu lange Title-Tags;
  • 8% überhaupt keine Title-Tags;
  • 4% zu kurze Title-Tags.

Der Title Tag ist einer der wichti­gen Fakto­ren fürs Ranking und hat Einfluß  auf die CTR in den Suchergeb­nis­sen.

Ein Paar Tipps und Lösungs­an­sätze:

  • Bei den doppel­ten Title Tags liegt die Ursache oft beim Dupli­cate Content (siehe 1. Punkt);
  • Title Tags sollte man nicht zu kurz (z.B. ein Wort) und nicht zu lang (über 70 Zeichen Desktop, Mobile kann weniger sein) schrei­ben;
  • Aussa­ge­kräf­tige und relevante Title Tags schrei­ben;
  • Das Haupt­key­word sollte nah am Anfang des Title Tags stehen.

4. Meta Descrip­ti­ons

4:11 seo onpage fehler - meta describtion

Dieser Metatag beschreibt den Inhalt der einzel­nen Seite. Er sollte nicht länger als 160 Zeichen sein. Bei Blogs kann die Länge wegen dem Artikel­da­tum und bei einigen Sprachen wegen der Breite der Buchsta­ben kürzer ausfal­len. Meta Descrip­tion wirkt sich direkt auf die CTR aus und hat keine wirkli­che Bedeu­tung für das Ranking.

Laut SEMrush Studie hatten 30% der Seiten doppelte Descrip­ti­ons und bei 25% der Seiten gibt es gar keine Descrip­ti­ons.

Weitere Tipps und Lösungs­an­sätze:

  • Bei den doppel­ten Descrip­ti­ons wie bei den doppel­ten Title-Tags verfah­ren;
  • Die Descrip­ti­ons nicht länger als 160 Zeichen schrei­ben (inkl. Leerzei­chen);
  • Eine inter­es­sante und relevante Beschrei­bung der jewei­li­gen Seite erstel­len;
  • Die Keywords sind in der Beschrei­bung nicht nötig.

5. Tote Links

5:11 seo onpage fehler - dead links

Bei den Websei­ten, die stetig wachsen, können sich die toten Links zu einem großen Problem entwi­ckeln.  Das Problem wird noch größer, wenn es viele tote Links sind und die 404-Seite nicht richtig einge­rich­tet ist.

Laut SEMrush Studie haben 35% der unter­such­ten Seiten Tote interne Links, wobei 70% von diesen sind 404-Links. Bei 25% der Websei­ten sind die ausge­hen­den Links fehler­haft.

Tote Links wirken sich eindeu­tig negativ auf die Besucher­er­fah­rung aus. Keiner möchte beim Klicken auf einen Link feststel­len, dass die Seite nicht existiert. Auch können sie sich negativ auf die Vertei­lung von Linkjuice auswir­ken. Linkjuice ist ein Sammel­be­griff für die Linkstärke und ist eines der Fakto­ren für die Berech­nung der Relevanz der Seite. So kann eine nicht verlinkte Seite auch nicht indexiert werden.

Kurze Tippsund Lösungs­an­sätze:

  • Die Webseite regel­mä­ßig crawlen und alle 404 Fehler beheben;
  • Auf die korrekte Schreib­weise der Links achten;
  • Bei 50X Fehlern den techni­schen Support kontak­tie­ren;

6. Niedri­ges Text zu Code Verhält­nis

6:11 seo onpage fehler - text zu code ratio

Das Text zu Code Verhält­nis zeigt das Verhält­nis von Textin­halt zu Quell­code auf einer einzel­nen Seite.

28% aller unter­such­ten Seiten haben ein zu niedri­ges Text zu Code Verhält­nis.

Ein niedri­ges Text zu Code Verhält­nis hat keine direkte Auswir­kung auf das Ranking der Seite. Es kann jedoch ein mögli­ches Signal für den saube­ren Code, die Benut­zer­er­fah­rung und Relevanz sein. Denn ein mehr Text hat ein besse­res Verhält­nis zur Folge und theore­tisch eine höhere Wahrschein­lich­keit für die Relevanz zur Suchan­frage des Besuchers.

Aller­dings, sollte man dieses Problem nicht überbe­wer­ten. Zum Beispiel haben die Online-Shops oft ein sehr niedri­ges Text zu Code Verhält­nis und das wirkt sich nicht auf deren Rankings aus.

Kurze Tipps und Lösungs­an­sätze:

  • Quell­code überprü­fen.
  • Manuell die Inhalte auf den Seiten überprü­fen. Das kann sich positiv auf die Nutzer­er­fah­rung und somit wahrschein­lich auch auf die Conver­si­onrate auswir­ken.

7. H1 Überschrift

7:11 seo onpage fehler - ueberschriften header

20% der analy­sier­ten Websei­ten haben mehrere H1 Überschrif­ten inner­halb einer Seite. Bei den anderen 20% fehlen die H1 Überschrif­ten und bei 15% Titel Tag und H1 auf einer einzel­nen Seite identisch.

Die h1-Überschrift ist ein Struk­tur- und Auszeich­nungs­ele­ment für den Inhalt auf einer einzel­nen Seite. H1 Überschrift ist einer der mögli­chen Fakto­ren der Suchma­schi­nen, um die Relevanz des Dokuments zur Suchan­frage festzu­stel­len. Auch für die Besucher­er­fah­rung ist sie ein wichti­ger Element, da der Besucher sie oft als Erstes sieht.

Kurze Tipps und Lösungs­an­sätze:

  • Keine reinen SEO-Überschrif­ten schrei­ben;
  • Die Überschrif­ten für die Besucher klar und verständ­lich schrei­ben;
  • Keywords sind erlaubt, jedoch kein Muss;
  • Nach Möglich­keit nur eine H1 Überschrift pro Seite verwen­den
  • H1 Überschrift und Title Tag sollen ideal­weise ähnlich sein (identisch ist auch kein Problem)

8. Zu niedrige Anzahl an Wörtern

8:11 seo onpage fehler - zu wenig text

Diese Metrik zählt die Anzahl der Wörter inner­halb einer Seite. Die Ergeb­nisse unserer Studie zeigen, dass ca. 18% der Websei­ten auf einigen einzel­nen Seiten eine zu niedrige Anzahl an Wörtern haben.

Die Frage hier, die wahrschein­lich auch für das Panda-Update relevant ist, ob die Anzahl der Wörter auf den meisten Seiten einer Webseite zu niedrig ist oder nicht. Wenn dies der Fall ist, kann es ein Hinweis auf die mindere Quali­tät der gesamte Webseite sein. Sollte es in einem gesun­den Verhält­nis zu der Gesamt­an­zahl der Seiten stehen, so braucht man sich keine Sorgen zu machen. Aller­dings, bleibt immer noch die Frage, ob man dem Besucher doch nicht mehr an relevan­tem Content zur Verfü­gung stellt.

Kurze Tipps und Lösungs­an­sätze:

  • Einene guten und relevan­ten Content erstel­len
  • Am besten über ein Thema und nicht über alle Themen schrei­ben
  • Die Texte nicht künst­lich durch Füllwör­ter aufblä­hen

9. Zu viele ausge­hen­den Links auf einer einzel­nen Seite

9:11 seo onpage fehler - ausgehende links

Wie die Überschrift schon sagt, es geht um die Gesamt­zahl aller ausge­hen­den Links auf einer einzel­nen Seite. Die Anzahl der Links hat Auswir­kung auf den sogenann­ten Linkjuice. Verein­facht gesagt: Je mehr Links auf einer Seite sich befin­den umso weniger an Link juice wird an die einzel­nen verlink­ten Seiten weiter­ge­ge­ben.

15% der Websei­ten haben zu viele ausge­hen­den Links auf einer einzel­nen Seite.

Früher hat Google in seinen Guide­li­nes maximal 100 Links empfoh­len. Heutzu­tage ist diese Richt­li­nie nicht mehr relevant. Wenn die gesamte Site nicht als ein Spam-Projekt geschaf­fen wurde und die Links struk­tu­riert sowie aus Gründen der Besucher­er­fah­rung platziert wurden, hat man nichts zu befürch­ten. Es bleibt also eine Frage der vernünf­ti­gen Nutzung der Links.

Kurze Tipps und Lösungs­an­sätze:

  • Die Seiten mit zu vielen Links (über dem Durch­schnitt) überprü­fen;
  • Nicht selten sind es techni­sche Fehler;
  • Oft sind es doppel­ten Links (oben im Menü und unten im Footer).

10. Inkor­rekte Sprach­de­fi­ni­tion

10:11 seo onpage fehler - sprachdefinition

Wie unsere Studie zeigt, haben 12% der unter­such­ten Websei­ten entwe­der eine falsche oder gar keine Angabe der Sprache gemacht. Mit der Sprach­de­fi­ni­tion im <head> Bereich der Webseite gibt man den Suchma­schi­nen einen Hinweis auf die Sprache der Webseite oder eines einzel­nen Dokumen­tes. Es gibt wie die W3C Dekla­ra­tion <html lang=“en”> so auch das von Google annon­cier­tes hreflang-Attri­but. Diese Angaben sind insbe­son­dere dann wichtig, wenn man eine Webseite mit vielen inter­na­tio­na­len Inhal­ten betreibt. Fehlen die Angaben, versucht die Suchma­schine die Sprache automa­tisch zu erken­nen.

11. Perma­nente (301) und tempo­räre (302) Weiter­lei­tun­gen

11:11 seo onpage fehler - 302 redirect

Die Weiter­lei­tung ist für die Suchma­schi­nen ein Signal, dass die Seite nicht mehr unter der alten, sondern unter der neuen Adresse zu finden ist.
301-Weiter­lei­tung ist perma­nent. 302-Weiter­lei­tung ist tempo­rär.
Wenn Sie die 302-Weiter­lei­tung nutzen, so ist es für Google ein Signal, dass sie zeitlich begrenzt ist. Das hat dann zur Folge, dass die alte Adresse der Seite aus dem Index nicht entfernt und die neue Seite gar nicht indexiert wird.

Auch wenn es zahlrei­che Diskus­sio­nen zum Thema 302-Weiter­lei­tun­gen gibt. Gehen Sie auf einen Nummer sicher! Nutzen Sie nur und ausschließ­lich die 301-Weiter­lei­tun­gen, wenn die Seite wirklich für immer umgezo­gen ist.

Fazit

Es gibt immer noch sehr viele Websei­ten, die von kriti­schen Onsite-Fehlern betrof­fen sind.

Sollte auch Ihre Webseite von einem oder mehre­ren der oben beschrie­be­nen Fehlern betrof­fen sein, so wissen Sie jetzt um was es geht, welche Auswir­kun­gen es hat und was man dagegen machen kann.

Infogra­fik

Ergeb­nisse der Studie der 11 häufigs­ten Onpage SEO-Fehler:

Infografik - Die 11 haeufigsten Onpage SEO Fehler